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Bergen Stadt Heiratsantrag beim Holländischen Karneval
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Heiratsantrag beim Holländischen Karneval
14:51 05.02.2012
B¸hnenreif war der lange Kuss, den Susanna Poog und Edgar Janflen tauschten Quelle: Udo Genth
Bergen Stadt

„Edgar, willst Du mich heiraten?“, rief Susanna Poog fragend und das Publikum im großen Festzelt am Bergener Heisterkamp wartete gespannt auf die Antwort. Das freudige „Ja“ von Edgar Janßen ging fast im Jubel unter. Diese Szene prägte die erste halbe Stunde des Holländischen Karnevals, der am Wochenende die Amüsierwilligen vereinte.

Der Ruf des „Carnaval“, wie er korrekt heißt, reicht weiter ins Land. „Wir kommen schon seit Jahren nach Bergen“, hieß es aus einer Gruppe aus Hannover, andere Gäste waren aus Paderborn, Lüneburg oder Hameln angereist. Aus der Rattenfängerstadt kam auch das Pärchen Susanne und Edgar. „Wir haben uns hier beim Karneval kennen gelernt“, sagte Edgar, „lieben gelernt“, verbesserte Susanna. Beide wollen am 28. Juni in Bergen heiraten.

Ansonsten bestimmte viel Bewährtes die „Fünfte Jahreszeit“, wie die Bergener sagen. Das Festzelt war an beiden Tagen gut gefüllt mit frohgestimmten Menschen. In diesem Jahr schienen die selbstentworfenen, immer originellen Kostüme gegenüber den gekauften die Oberhand zu haben. Gegen 21 Uhr erfolgte der Einmarsch der amtierenden Majestät Prinzessin Evelyn, in derem Gefolge sich Bergens Bürgermeister Rainer Prokop befand. Sie übergab als letzte Amtshandlung ihre Insignien der Nachfolgerin.

Zur Karnevals-Prinzessin 2012 wurde Edeltraut van Ham als „Edeltraut de Eerste“ ausgerufen. Ihr übergab Rainer Prokop den symbolischen Rathausschlüssel. „Der holländische Karneval gehört zu Bergen“, stellte Prokop fest, „hoffentlich können wir ihn noch lange feiern“. Mit der in die Menge gerufenen Frage „Seid Ihr bereit?“ löste der „entmachtete“ Rathaus-Chef die erste Polonaise aus.

Von nun ab folgten diese Rundmärsche, die typisch für den holländischen Karneval sind, im Fünf-Minuten-Takt. Die Stimmung war prächtig, blieb aber bei aller Fröhlichkeit stets familiär und freundlich. Selbst als gegen Mittenacht an beiden Tagen eng wurde im Zelt, gab es keine Zwischenfälle. Das ist das Motto der Karnevalisten in Bergen: ausgelassen feiern ja, Krawall nein.

Von Udo Genth