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Bergen Stadt Hitziger Schlagabtausch im Berger Rat
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Hitziger Schlagabtausch im Berger Rat
18:04 04.08.2018
Quelle: nicht bekannt
Bergen Stadt

Er sei bereits am 19. August, also vor dem Bericht der Celleschen Zeitung, zurückgetreten. „Ich war mit der Konstellation Geschäftsführer bei den Stadtwerken und gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender bei den Wirtschaftsbetrieben nie zufrieden“, so Prokop. Ein paar Mal habe er schon zurücktreten wollen, aber jedes Mal sei er wieder überredet worden, zu bleiben. Grund für den jetzigen Rücktritt sei, dass sich Celle-Uelzen-Netz und Wirtschaftsbetriebe Bergen (WB) weiterhin nicht über die Verwendung der Gewinne einigen können. „Die rege Aktivität bei der CUN nach dem Rücktritt zeigt mir, dass das der richtige Schritt war“. Die Stadt und alle Gremien seien weiter an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.

Für die SPD kommt der Rücktritt zum falschen Zeitpunkt. „Ich bin enttäuscht, dass Sie jetzt zurücktreten. Wir haben zwei Gesellschafter, die sich nicht verstehen und durch den Rücktritt wird alles schwieriger, weil wir jetzt über Dritte agieren müssen“, sagte Annette von Pogrell.

Damit war dieser Punkt abgehandelt, aber der Schlagabtausch noch lange nicht vorbei. Der CDU-Ratsherr Henning Otte nutzte die Einbringung des SPD-Antrages zu Änderungen der Steuerhebesätze, um die SPD und das Agieren der Opposition beim Thema Finanzen zu attackieren. Ganz besonders in den Fokus nahm er eine Anzeige der Sozialdemokraten im Wahlkampf, die die Überschrift „Schluss mit den Finanzskandalen der CDU-Mehrheit“ trägt. „Seit 2008 haben die SPD und auch die anderen Parteien bis auf zwei Haushalte und inklusive aller Nachtragshaushalte alle Haushalte mit beschlossen“, machte Otte die Mitverantwortung der anderen Parteien für die Finanzen deutlich. Der SPD-Fraktionsvorsitzende geriet beim Thema Anzeige etwas ins Schwimmen: „Ich habe den Text der Anzeige nicht gekannt und hätte wohl auch nicht so scharf formuliert, stehe aber dazu“, so Rüdiger von Borcke.

Doch Otte war noch nicht fertig. Er unterstellte der Opposition, dass sie eine „unheilvolle Achse“ sogar mit der AfD eingehen würde, um bloß das Ziel zu erreichen, die absolute Mehrheit der CDU in Bergen zu brechen. „Auch beim Podium der CZ bin nur ich und nicht die AfD attackiert worden“, so Otte weiter in Richtung von Borcke. Die SPD und auch die Grünen wiesen das umgehend zurück. „Ich verwahre mich gegen eine Nähe zur AfD“, sagte Elke von Meding (Grüne). Ros Marie Siemsglüß (SPD) verwies darauf, dass sie es gewesen sei, die beim CZ-Podium den Kandidaten der AfD sprachlos gemacht habe. Von Borcke meinte, diese Anschuldigungen seien „ein Rohrkrepierer“.

Von Tore Harmening