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Bergen Stadt Hoffnung für Känguru Viggo und seine Familie aus Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Hoffnung für Känguru Viggo und seine Familie aus Bergen
15:25 12.04.2018
Von Christoph Zimmer
Der siebenjährige Robin spielt am liebsten Verstecken und Fangen mit Viggo. Quelle: Christian Link
Bergen Stadt

Zwar ist inzwischen eine Frist des Landkreises abgelaufen, bis zu der die Familie glaubhaft hätte versichern müssen, gewisse Forderungen der Behörde zeitnah zu erfüllen, um Viggo zu behalten und weitere Schritte abzuwenden. Kurz nach dem Ende der zeitlichen Vorgabe kommt aber Bewegung in die Sache. Am 29. März wies Sandra Arndt, die Lebensgefährtin von Benjamin Müller, die erforderliche Sachkunde zur Haltung eines Kängurus nach. In einem Gespräch, an dem unter anderem ein Amtstierarzt und ein Experte für Beuteltiere anwesend waren, beantwortete sie unter anderem Fragen zum Futter und zu Krankheiten. "Wir waren uns sicher, dass wir den Nachweis erbringen können. Schließlich wissen wir, was wichtig für Viggo ist", sagen Arndt und Müller. "Trotzdem war die Erleichterung groß, als wir das Ergebnis des Gesprächs bekommen haben." Das gilt auch für Angela und Robin, die beiden Kinder. "Sie haben sich große Sorgen gemacht."

Nach einigen Gesprächen hat die Familie auch ein neues Haus mit einem großen Grundstück für sich und Viggo in Aussicht. "Wir wollen uns am Samstag treffen und den Mietvertrag unterzeichnen", sagen Arndt und Müller mit Blick auf das Haus im Schmarbecker Ortsteil Grube. In dem kleinen Ort zwischen Schmarbeck und Gerdehaus in der Gemeinde Faßberg stehen gerade einmal zehn Häuser, ungefähr genauso viele Menschen leben dort. "Wir freuen uns auf unser neues Zuhause und wollen so schnell wie möglich einziehen." Das Grundstück ist mehr als 2000 Quadratmeter groß und liegt mitten im Wald. Nur den Zaun müssten sie erhöhen. "Ansonsten ist alles da, was Viggo braucht. Es gibt viele Bäume und Sträucher, Versteckmöglichkeiten und sogar einen kleinen Teich", sagen die Halter. Weitere Kängurus, um Viggo zu vergesellschaften, sollen kommen, wenn die Familie eingezogen ist. "Wir sind in intensiven Gesprächen mit einem Züchter aus Kaiserslautern."

Als Känguru Viggo im Juli ausbüxte, fing für die Familie der Ärger an. Zwar konnte das exotische Haustier mit Hilfe der Polizei schnell wieder eingefangen werden, allerdings geriet es durch seinen Ausflug ins Visier des Veterinäramtes des Landkreises. Tierärzte der Behörde besuchten die Familie und stellten fest, dass der Garten, in dem Viggo herumhopst, nach den gesetzlichen Bestimmungen rund 50 Quadratmeter zu klein für ein Rotnackenwallaby ist. Darüber hinaus wurde die Familie aufgefordert, einen Sachkundenachweis zu erbringen und das Känguru an Artgenossen zu gewöhnen. "Wir sind weiter im Gespräch", sagt Tore Harmening. Wie der Landkreissprecher weiter mitteilt, geb es immer noch offene Fragen, "zum Beispiel bei der vorgegeben Vergesellschaftung des Tieres. Wir hoffen, dass die Familie zur Beantwortung dieser Fragen sehr zeitnah beiträgt."

Viggo lebt seit mehr als drei Jahren bei der Familie. Seine Mutter war im Zoo gestorben, als er erst ein paar Monate alt war. Die Familie nahm ihn danach zu sich und zog ihn mit der Hand auf. So wurde ein Rucksack zum Ersatz für den Beutel, in dem Kängurumütter ihren Nachwuchs tragen.

Abhauen war für sie keine Alternative. „Als es passiert ist, habe ich erstmal einen großen Schock gekriegt. Aber ans Weglaufen habe ich nicht eine Sekunde gedacht, nachdem ich die Schramme in der Autotür gesehen habe“, sagt Haley Louise Elson aus Bergen. Für die zwölf Jahre alte Schülerin war es „eine Selbstverständlichkeit, sich um den Schaden zu kümmern“, den sie am Freitagnachmittag versehentlich mit ihrem Fahrrad an dem parkenden Fahrzeug verursacht hatte. „Andere wären vielleicht abgehauen. Aber das kam für mich nicht infrage. Auch wenn ich lange nach dem Besitzer suchen musste.“

Christoph Zimmer 10.04.2018

Gleich 47 Krippenplätze fehlen in Bergen für das neue Kindergartenjahr 2018/19. Die Stadt muss daher reagieren und eine zusätzliche U3-Betreuung anbieten. Ab dem Sommer soll in der ehemaligen Slim School eine neue zweigruppige Krippe eingerichtet werden. Die Alternative wäre eine Containerlösung auf der Freifläche des ehemaligen Freibades. Der Ausschuss für städtische Kitas berät in der Sitzung am Dienstag über die Errichtung der neuen Krippe. Auf der Tagesordnung steht zudem der Anbau einer Krippe am Kindergarten Eversen. Dort fehlen zum kommenden Kindergartenjahr weitere elf Krippenplätze.

Christopher Menge 09.04.2018

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06.04.2018