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Bergen Stadt Internationale Begegnungsstätte Bergen: Rettung in letzter Minute?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Internationale Begegnungsstätte Bergen: Rettung in letzter Minute?
17:27 20.10.2017
Von Christopher Menge
Bergen Stadt

Währenddessen hat sich Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, mit einer E-Mail an die Mitglieder des Berger Stadtrats gewandt, wohl wissend, dass "ganz dicke Bretter durchbohrt" werden müssen, um die Kommunalpolitiker noch umzustimmen. Am Mittwochabend schloss sich auch der Berger Ortsrat ohne Gegenstimme dem CDU-Antrag an, nachdem die Fördermittel nicht abgerufen werden sollen. Auch die Wählergemeinschaft Bergen sieht "wichtigere Aufgaben", nämlich Schule, Kindergärten, Hallenbad. "Deswegen sagt die WG Bergen Nein zum Bau der IBB", so der Vorsitzende Günther Lange, der eine Belegung von nur 25 Prozent befürchtet. "Das heißt, die IBB schreibt vom ersten bis zum letzten Tag rote Zahlen." Der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter Christoph Buhr zeigte sich gegenüber der CZ überrascht von Wagners Aussage, dass 50 Prozent der Übernachtungen durch Besucher der Gedenkstätte abgedeckt seien. "Uns gegenüber hat Herr Wagner von 30 Prozent gesprochen, daher sind wir zu der Entscheidung gekommen", so Buhr.

In seiner E-Mail bekräftigt der Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen aber noch einmal seine Aussage in der CZ. "Wir können sicherstellen, dass allein durch die Übernachtungen unserer Gästegruppen deutlich mehr als 50 Prozent der Mindestübernachtungen abgedeckt sind, die für einen wirtschaftlichen Betrieb der IBB nötig sind", betont Wagner. "Wir sind bereit, den Programmbetrieb der IBB durch die Übernahme einer Personalstelle (pädagogischer Mitarbeiter) zu unterstützen. Zudem werden wir in der IBB gerne eine Präsenzbibliothek zur NS-Geschichte und ihren Folgen einrichten."

Die IBB bilde einen unverzichtbaren Baustein bei den Planungen der Gedenkstätte, zukünftig ein Areal innerhalb der Niedersachsen-Kaserne für die Bildungsarbeit zu nutzen. "In der IBB sollen unsere Gästegruppen, deren Zahl nach Inbetriebnahme des Bildungszentrums in der Kaserne sehr deutlich steigen wird, übernachten und darüber hinaus inhaltlich betreut werden", sagt Wagner. "Die Mitglieder des Stadtrates haben die Chance, einem großartigen Projekt für Bergen und unsere Region und einem wichtigen geschichtspolitischen Projekt den Weg zu ebnen – ganz im Sinne der einstimmig verabschiedeten Erklärung des Berger Stadtrates vom 28. Mai 2015 zur Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen und zur Verantwortung Bergens für eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte."