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Bergen Stadt Internationale und friedliche Feier beim Festessen der Schützen in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Internationale und friedliche Feier beim Festessen der Schützen in Bergen
04:27 07.08.2018
Von Jürgen Poestges
Bergen Stadt

Zum 111. Mal findet in Bergen in diesen Tagen das Schützenfest statt. „Wir haben wie immer Gäste aus Europa dabei. Bei uns wird eben international gefeiert – und friedlich“, sagte Bürgermeister Rainer Prokop zur Begrüßung beim Festessen im Stadthaus. „Und wie immer zum Bergfest laden wir die Schützen gerne ein.“

In diesem Jahr bedankte sich Prokop besonders bei der Polizei. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, das ist ja nicht immer selbstverständlich.“ Vor allen Dingen zeigte sich Prokop erfreut darüber, dass die Zusammenarbeit zwischen Ordnungshütern und Schützen so gut klappt. „Die Polizei ist immer mit viel Elan und guter Laune bei der Sache, wenn es um die Absicherung des Weges für den Schützenumzug geht.“

Kommandeur Ulrich Sander stellte seine Rede unter das Motto „Tempora mutantur“ – die Zeiten ändern sich – und setzte sich in seiner Rede mit dem „mündigen Bürger“ und der Politik in Berlin und Brüssel auseinander. „So manches Mal drängt sich die Frage auf, ob der Staat seine Bürger zu Trotteln erklärt, denn es scheint in Berlin und Brüssel die Überzeugung zu herrschen, dass ein gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung nicht mehr ausreichen, um als Erwachsener durchs Leben zu gehen“, sagte Sander. „Ob ein Mensch raucht, welche Lampen er sich ins Zimmer hängt oder ob er sich die Haare färben darf, wenn er noch nicht 16 Jahre alt ist, soll ihm nicht mehr selbst überlassen sein.“

Auf keinen Fall rechne die EU damit, dass wir selbst wüssten, was gut für uns sei. „Dazu sind wir in ihren Augen viel zu hilflos und unmündig.“ Allerdings: „Die Zeiten ändern sich – aber wir mit ihnen“, ergänzte Sander den Spruch. „Wenn wir bei jedem Problem um staatliche Hilfe ersuchen, nach Möglichkeit jedes Lebensrisiko auf Vater Staat abwälzen und noch nicht einmal mehr wählen gehen, weil das Wetter so schön ist und zum Grillen einlädt, dann haben wir auch das Recht verwirkt, uns über Bevormundung zu beklagen.“

Am Ende erklärte er: „Wir Schützen sehen es seit Jahrhunderten als unsere Aufgabe an, die Freiheit der Lebensgestaltung zu verteidigen. Heutzutage nicht mehr mit der Waffe in der Hand, aber mit offenen Sinnen, und wenn Gewalt nötig sein sollte, mit der Gewalt des Wortes und der Argumente.“

In der Damenrede bedankte sich Karl-Heinrich Hohls beim vermeintlich schwachen Geschlecht dafür, dass es „ihren Männern während des Schützenfestes so viel Freilauf gibt“. Und er ermahnte die Schützenbrüder, nicht zu vergessen, ihren Frauen auch zu zeigen, wie wichtig sie ihnen sind.

Oberst Jörg Wiederhold, der Kommandant des Truppenübungsplatzes Bergen, bedankte sich schließlich im Namen aller Gäste für die Einladung. „Ich bin jetzt seit neun Monaten hier, und ich fühle mich sehr gut aufgenommen. Ich habe schon im Internet gelesen, das man hier über mich als unseren Kommandanten spricht. Und so fühlt es sich für mich auch an.“