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Bergen Stadt Jugendbegegnungsstätte für Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Jugendbegegnungsstätte für Bergen
10:04 07.08.2018
Jugendworkshops wie hier im April mit der KZ-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch (links) gibt es bereits jetzt. Die Kooperation mit der Stadt Bergen soll in diesem Bereich verbessert werden. Quelle: Benjamin Westhoff (Archiv)
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Die Planungen für die Jugendbegegnungsstätte sind schon ziemlich konkret. So wurden bei dem Workshop bereits mögliche Orte besichtigt, an denen die Jugendbegegnungsstätte ihren Sitz haben könnte. „Wir haben da die freie Auswahl“, sagte Prokop. Denkbar seien die Umwandlung von bestehenden Gebäuden, der Abriss von alten Britenwohnungen und ein Neubau, die Slimschool aber auch die Grundstücke am Amtland. „Allerdings wird es bei der Auswahl die Bedingung geben, dass Umnutzung vor einem Neubau steht“, sagte Prokop.

Einen möglichen Betreiber gibt es ebenfalls bereits. So nahm an der Tagung in Bergen der Geschäftsführer des Landesverbandes Hannover im Deutschen Jugendherbergswerk Norbert Dettmar teil. Er berichtete über die Anforderungen an Projekte im Neu- oder Umbau, Chancen und Risiken für Finanzierungen und die Nutzererwartungen junger Leute im laufenden Betrieb. „Die Tatsache, dass es im Vergleich zu anderen Bundesländern in Niedersachsen keine vergleichbare Jugendbegegnungsstätte gibt, spornt uns besonders an, dieses Projekt Bergens nach besten Kräften zu unterstützen“, so Dettmar. Jugendherbergen sollten mehr als Bettenburgen sein und durch ihr qualitatives Aussehen und Programm Gästemagnet für die Stadt sein.

Wie die Arbeit inhaltlich aussehen könnte, skizzierte Ulrike Köppel, Geschäftsführerin der Weimar GmbH, die für Wirtschaftsförderung und Tourismusservice zuständig ist. Nahe Weimar gibt es die Gedenkstätte Buchenwald. „Die Gedenkstätte und die Stadt Weimar gehören zusammen, sie sind beide Chefsache und – es mag schwierig klingen – sie profitieren voneinander, sind auch ein wirtschaftlicher Erfolg“, sagte Klöppel bei der Tagung. Ohne wirtschaftliche Basis könne keine Gedenkstätte und auch keine Jugendherberge überleben. Die feste Verankerung des Gedenkens im städtischen Leitbild sei ein wichtiger politischer Beschluss, doch müsse sich die Erinnerungskultur auch praktisch auf die jugendlichen Zielgruppen und künftigen Generationen einstellen.

Für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers nahmen Superintendent Heiko Schütte und Pastor Axel Stahlmann an dem Austausch in Bergen teil und lobten die Ansätze. Sie entsprächen dem Grundansatz des Kirchenkreises, sich der Geschichte und Gegenwart in Bergen-Belsen zu stellen. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn es zu weiteren Formen der Zusammenarbeit kommt“, so Superintendent Schütte.

Von Tore Harmening