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Bergen Stadt Komiker hat selbst Spaß: Ingo Oschmann gewinnt Herzen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Komiker hat selbst Spaß: Ingo Oschmann gewinnt Herzen
02:48 09.08.2018
Von Andreas Babel
Ingo Oschmann im Stadthaus Bergen Quelle: Peter Müller
Bergen Stadt

Die Celler CD-Kaserne hatte die Rechnung ohne den holländischen Karneval in Bergen gemacht. Als Ort zweier Auftritte des Comedian Ingo Oschmann hatte das Celler Veranstaltungszentrum nämlich das Berger Stadthaus ausgewählt und dort blieb der mittlerweile ergraute 40-Jährige während seiner Nachmittagsvorstellung und auch am Abend mit dem harten Kern seiner Fans quasi unter sich.

Ungeheuer sympathisch, witzig und schlagfertig, so stand der etwa 1,70 Meter große Kleinkünstler am Nachmittag vor etwa 100 Kindern und ihren Eltern auf der Bühne. Er nutzte aber den gesamten Saal für seine Show, bezog die Servicekraft hinterm Tresen und das gesamte Publikum in seine Vorstellung mit ein – etwa wenn er wie wild mit einem Topf durch die Reihen lief, um die aus der Luft mit beiden Händen gezapfte Milch einzusammeln.

„Ich habe gerade so viel Spaß – ich glaube, dass macht mir mehr Spaß als Euch allen zusammen“, sagte Oschmann, als er wieder oben stand. Mit der achtjährigen Lisa zauberte er ein Malbuch bunt, mit dem zehnjährigen Philipp lieferte er sich einen Zweikampf, wer denn der bessere Zauberer sei und mit der elfjährigen Laura zauberte er schließlich Bonbons, die er nach seiner 45-minütigen Zaubershow am Ausgang nebst einem netten Plausch mit jedem Besucher an diese eigenhändig verteilte.

Nur zwei- bis dreimal bringt Oschmann dieses Kinderprogramm im Jahr. Und man merkt es diesem Vollblut-Komiker aus Bielefeld an, dass er in diesem Metier seine Bestimmung gefunden hat. Vor Beginn der Show warnt er noch einen jungen Vater, mit einem Säugling in den Saal zu gehen, da es oft sehr laut werde, wenn die Kinder ihn anfeuern – zum Beispiel. Und dann schlendert er durch den Saal, redet mit dem ein oder anderen, verteilt lässig Autogramme und lässt sich mit Fans ablichten, ehe er erst wenige Minuten vor Beginn der Show hinter die Kulissen verschwindet.

Die Begeisterung ist dem seit einigen Jahren auch im Fernsehen bekannten Komiker wie einem Kind geblieben. Die älteren Besucher nennte er durchweg „Verwachsene“. Als ein Kind hineinruft: „Müssen wir die Eier nicht vorher knacken?“, freut sich Oschmann über diesen Hinweis, den er in 16 Jahren dieser Kindershow noch nie erhalten habe. Um aber zu kontern, dass man Eier nicht knacke, sondern schäle. Einen guten Lehrer hätte Oschmann also auch alle mal abgegeben.

Die Abendvorstellung besuchen rund 180 Menschen. Die werden nahezu drei Stunden bestens unterhalten. Dazu legt der nicht mehr gertenschlanke Comedian sogar einen Striptease hin. Die Kinnlade fiel ihm indes herunter, als er von einem Zuschauer gefragt wurde, wer denn der junge Mann auf den vier Plakaten auf der Bühne sei: „Ist das dein Sohn?“ Und all das nur, weil er sich nicht mehr die Haare dunkel färbt. Aber er ist ja auch nicht mehr zwanzig, wie er selbst einmal sagte.