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Bergen Stadt Kreis kippt Windkraftflächen in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Kreis kippt Windkraftflächen in Bergen
13:51 04.08.2018
Bergen Stadt

Auch die Fläche 2 im Südwesten könnte schwierig werden, denn sie ist kleiner als 30 Hektar. Diese Größe hat sich aber der Landkreis Celle als Vorgabe gesetzt. „Sollte die Stadt Bergen vor uns fertig sein, werden wir prüfen, ob wir die Fläche übernehmen, derzeit sehe ich die Begründung aber nicht“, sagt Kreisrat Gerald Höhl.

Die Stadt will der Politik empfehlen, die Fläche 3 herauszunehmen und weist auch bei der Fläche 2 daraufhin, dass sie nicht benötigt wird, weil genügend andere Flächen vorhanden sind, indem der Abstand zum Wald auf Null gesetzt wurde.

Jürgen Patzelt von der Bürgerinitiative Gegenwind ist zwar froh, dass die Einkesselung von Nindorf zunächst verhindert wurde. „Allerdings sind wir nicht glücklich. Für Roxhüllen und Siddernhausen sind die Ergebnisse nicht günstig“, sagt Patzelt. Denn die Stadt Bergen hat den Abstand zu Waldgebieten auf Null gesetzt, um neue Gebiete zu erschließen. Im Ergebnis gibt es im Osten von Nindorf jetzt nicht mehr drei Einzel-, sondern eine Großfläche.

Den Abstand zum Wald zu verringern, ist laut der Berger Verwaltung vom Kreis akzeptiert worden, Kreisrat Gerald Höhl merkt aber an, dass es noch keine abschließende Stellungnahme des Kreises gibt. „Wir werden eine Verringerung des Abstandes nur mit entsprechender Begründung akzeptieren“, sagt Höhl. Dazu gehöre unter anderem eine Untersuchung der Fledermausvorkommen in diesem Bereich. Diese Expertise liege dem Kreis nicht vor. Laut Bergens Bauamtsleiter Manfred Baltzer ist sie aber erstellt worden.

In einer gemeinsamen Sitzung der Ortsräte und des Stadtentwicklungsausschusses kommt das Thema Windkraft am Donnerstag, 16. Juni, 18 Uhr im Stadthaus erneut auf die Tagesordnung. Die Verwaltung will dabei einen Beschluss herbeiführen, dass die Änderung des Flächennutzungsplanes ausgelegt wird.

Jürgen Patzelt von der BI ist ob des Tempos, mit dem Entscheidungen gefällt werden müssen, sehr skeptisch. „Das Vorgehen wird oft geändert, alles ist sehr knapp. Der Umweltbericht ist noch nicht ganz fertig – und das bei so einem Projekt, mit derartigen Folgen für die Bürger . Wir haben allergrößte Bedenken, dass keiner vollständig im Griff hat, was momentan abläuft, und nachher machen viele Beteiligte große Augen“, so Patzelt, „dann könnte es zu spät sein.“

Von Tore Harmening