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Bergen Stadt Kreistag und Stadtrat stellen Weichen für Konversion in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Kreistag und Stadtrat stellen Weichen für Konversion in Bergen
16:28 12.12.2016
Von Christopher Menge
Quelle: Oliver Knoblich
Bergen Stadt

Unter anderem gibt der Landkreis Celle 4,15 Millionen Euro dazu. Nachdem der Kreisausschuss in der vergangenen Wahlperiode bereits einen Zuschuss von 150.000 Euro für den Ankauf von Wohnungen beschlossen hatte, den die Stadt Bergen jetzt abruft, votierte der Kreistag in der jüngsten Sitzung einstimmig dafür, die restlichen 4 Millionen in zwei Raten an die Stadt Bergen zu überweisen. Noch in diesem Jahr sollen 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, die restlichen 1,5 Millionen Euro dann im kommenden Jahr. Ursprünglich waren 20 Raten á 200.000 Euro geplant gewesen.

Der erste Schritt der Konversion läuft jetzt aber schon schneller über die Bühne. Die Stadtentwicklung Bergen (SEB), eine 100-prozentige Tochter der Stadt Bergen, erwarb in der vergangenen Woche die sogenannten Twin Towers von CESA Investment. Die beiden achtstöckigen Hochhäuser an der Danziger Straße sollen abgerissen werden. „Wie das Grundstück anschließend verwendet werden soll, muss der Rat im Rahmen der Stadtentwicklung entscheiden“, sagte Bergens Bürgermeister Rainer Prokop, der auch die historische Bedeutung für die Stadt Bergen betonte.

Rüdiger von Borcke (SPD) sagte, dass in dieser besonderen Situation in der Geschichte Bergens großes Denken erforderlich sei, um die erheblichen Herausforderungen zu bewältigen. „Es gab besorgte Anfragen aus meiner Fraktion, da die Kosten in den vergangenen Wochen immer weiter stiegen“, sagte von Borcke, „die Fraktionsvorsitzenden haben dann weitere Infos vom Bürgermeister bekommen. Wir haben eine gewaltige Verantwortung, aber dieser Nachtragshaushalt ist vernünftig.“ Bei den nächsten Schritten der Konversion sei Transparenz bis an die oberste Grenze wichtig. Das forderten auch die Grünen.

Peter Rabe (WG) wies darauf hin, dass es für die Stadt Bergen schwierig werde, die 4 Millionen Euro Eigenmittel abzubezahlen. Seine Fraktion stimmte aber genauso für den Nachtragshaushalt wie auch die AfD, die keine Alternative sah.

Nach dem einstimmigen Votum des Berger Stadtrates herrschte auch im Kreistag große Einigkeit. Jan-Hendrik Hohls (CDU) sagte, dass die Wunden des Britenabzugs geheilt werden müssten. „Wir haben Leerstand in 950 Wohnungen, von den nur 450 vermarktet werden können“, so der Becklinger. Die restlichen Wohnungen müssten vom Markt genommen werden, um Ghettobildungen und soziale Brennpunkte zu verhindern. Auf die Gefahr von Ghettobildung wies auch Maximilian Schmidt (SPD) hin, der ankündigte, dass der Kreistag der Stadt Bergen genau auf die Finger gucken werde. Annegret Pfützner sprach von einem Vertrauensvorschuss. „Bergen muss aber handlungsfähig sein“, so die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Nachdem die Finanzmittel nun zur Verfügung steht, muss die Stadt Bergen nun die Konversion vorantreiben. Der Ankauf ist schließlich nur der erste Schritt.