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Bergen Stadt Landkreis Celle nimmt Berger Familie Känguru Viggo endgültig weg
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Landkreis Celle nimmt Berger Familie Känguru Viggo endgültig weg
17:29 05.07.2018
Von Christopher Menge
Der Landkreis Celle macht Ernst: Nachdem Viggo seinen Besitzern am 23. Mai zunächst vorläufig weggenommen wurde, hat die Behörde nun die endgültige Entziehung angeordnet. Das Känguru soll an die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen verschenkt werden. Quelle: Oliver Knoblich
Bergen Stadt

Der Jurist ist verwundert, dass sich der Landkreis mit der neuen Anordnung "so weit aus dem Fenster lehnt". Er hätte erwartet, dass die Behörde erst einmal die Entscheidung des Gerichts auf seinen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Klage abwartet. Seine Reaktion: Auch gegen die neue Anordnung wird geklagt.

"Eine tierschutzrechtliche Haltung ist in Zukunft von der Familie nicht zu erwarten", entgegnet Harmening. Er bringt noch einen weiteren Punkt an. Die Kosten für die Unterbringung und Pflege von Viggo in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen belaufen sich auf 8,50 Euro pro Tag. Inklusive der Kosten für die Wegnahme von 544,74 Euro musste der Landkreis somit schon über 900 Euro berappen. "Die weitere Unterbringung wäre mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden", so Harmening.

Die Lösung des Landkreises: Viggo wird der Familie eigentumsrechtlich entzogen und dann an die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen verschenkt. Von dort soll er dann an einen Zoo oder Wildpark vermittelt werden. "Auf den etablierten Plattformen 'Ebay-Kleinanzeigen' und 'Deine Tierwelt' sind derzeit mindestens sechs Inserate geschaltet, die ein Bennett-Wallaby gleicher Art und Güte feilbieten", sagt Harmening. Der Preis liege üblicherweise bei 250 bis 350 Euro. Da bei Viggo aber noch eine Vergesellschaftung erfolgen müsse, die mit weiteren Kosten verbunden sei, sei fraglich, ob man überhaupt einen Käufer für Viggo finden würde.

Apropos Vergesellschaftung: Hierauf geht Matuschczyk in seiner Klage ein. Seiner Meinung nach ist überhaupt nicht klar, was der Landkreis konkret fordert. "Es bedarf einer klaren Handlungsanweisung", betont der Anwalt. "Zum Beispiel, dass sich Viggo zwei Mal pro Woche für eine Stunde mit einem zweiten Känguru in einem Gehege aufhalten muss."

Unterschiedliche Auffassungen gibt es nach wie vor auch darüber, ob das Grundstück in Bergen groß genug ist, um ein Känguru zu halten. "Der Landkreis bezieht sich auf das Säugetiergutachten, nach dem man bis zu fünf Tiere auf 200 Quadratmetern halten darf", sagt Matuschczyk. "Für jedes weitere Tier benötigt man 25 Quadratmeter mehr. Das ist doch nicht nachvollziehbar." Fakt ist, dass die Familie derzeit kein anderes Haus in Aussicht hat. "Hund und Katze sind für viele Vermieter okay, aber bei einem Känguru sind sie skeptisch", sagt Benjamin Müller.

Was Matuschczyk aber besonders stört, ist, dass der Landkreis gar nicht darauf eingegangen ist, dass er eine Bescheinigung von Viggos Tierarzt vorgelegt habe. Diese bestätigt, dass das Känguru von der Familie Müller/Arndt gut gepflegt wurde. Der Landkreis schreibt in der Anordnung dagegen: "Es besteht unverändert der begründete Anschein, dass Sie das Bennett-Wallaby als domestiziertes Haustier betrachten und seine Bedürfnisse nicht würdigen können. (...) Sie mögen zwar über das theoretische Wissen verfügen, können es aber offensichtlich nicht auf das von Ihnen gehaltene Bennett-Wallaby übertragen."

Die Familie Müller/Arndt setzt jetzt auf das Gericht. "Ich bin noch recht zuversichtlich", sagt Müller.

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