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Bergen Stadt Lucke in Bergen: Absage an Vereinigte Staaten von Europa
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Lucke in Bergen: Absage an Vereinigte Staaten von Europa
02:53 07.08.2018
Mit professoraler Akribie lotete Bernd Lucke in Bergen Demokratie-Defizite in der EU aus. Quelle: Udo Genth
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Zunächst allerdings beschrieb der AfD-Kreisvorsitzende Thomas Ehrhorn seine Sicht. Er nannte Deutschland einen „kranken Patienten“ und machte dafür „linke Ideologien“ als Ursache aus. Diese hätte es geschafft, in Justiz, Bildung, Wirtschaft und Familie einen Verlust der Werte herbeizuführen.

Soweit wollte Parteichef Lucke nicht gehen. Er berief sich zunächst etwas überraschend auf Angela Merkel als Namengeberin für die Euro-Protestpartei. Die Bundeskanzlerin habe ihre politischen Entscheidungen oft als alternativlos hingestellt. „Das ist eine Beleidigung für den mündigen Wähler“, meinte Luck. Es gäbe immer eine Alternative.

Die AfD sei keineswegs gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft, stellte Lucke in Bergen klar. Vielmehr nehme sie hier den Standpunkt ein, den die CDU bis vor kurzem gehabt habe. Die deutsche Staatsbürgerschaft dürfe jedoch nicht zu einem Werbegeschenk für Zugewanderte verkommen. Dafür erntete er „Bravo“-Rufe aus dem Kreis der etwa 200 Anwesenden.

Lucke lobte zudem das Referendum in der Schweiz und verurteilte die negativen Reaktionen der EU darauf. Ganz ähnlich urteilte er über das Referendum auf der Krim. Wenngleich es Kritik am Verfahren gäbe, so sei die Entscheidung zu respektieren.

Lucke erkannte an, dass der Europäische Binnenmarkt ein Erfolg sei. Die Möglichkeit, sich vom Euro abzuwenden, müsse jedoch möglich sein. „Jeder soll seine Schulden selbst zahlen“, stellte Lucke heraus. Referenden über EU-Entscheidungen sollten üblicher werden.

Von Gert Neumann