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Bergen Stadt Miltärköche im Wettbewerb erfolgreich
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Miltärköche im Wettbewerb erfolgreich
18:23 17.06.2012
Private Tika Limbu vom 3rd Regiment Royal Horse Artillery in Bergen-Hohne backt Naan Brot im Feld Quelle: Martina Hollmann
Bergen Stadt

Das Team der britischen Militärköche vom 3rd Regiment Royal Horse Artillery aus Bergen-Hohne hat sich in der Wettbewerbs-Kategorie "Kochen mit Rationspackungen auf der herkömmlichen Feldküche" gegen 16 weitere Mannschaften der 1. britischen Panzerdivision durchgesetzt und den 1. Platz belegt.

Unter den 17 Teams der 1. britischen Panzerdivision waren auch Militärköche aus Bergen-Hohne vom 3rd Regiment Royal Horse Artillery. Sergeant Craig Tait und seine drei Team- Mitglieder mussten in einem mit Klappspaten ausgehobenen Erdloch eine improvisierte Kochstelle errichten und darauf kochen. Außerdem haben sie aus Fertigrationen der britischen Armee auf der herkömmlichen Feldküche innovative Gerichte gezaubert.

Corporal Alexander Smith und Private Tika Limbu ist der Rauch in die Augen gezogen, während sie am Erdofen knieend ihr afghanisches Hähnchen Curry abschmecken. "Sieht gut aus, können wir gleich servieren", sagt Limbu zu seinem Kameraden. Dazu gibt es Safran Reis, vegetarische Frühlingsrollen und Samosas.

Zur aromatischen Linsen- und Tomatensuppe wird Fladenbrot gereicht - selbstverständlich im Feld auf einer Metalplatte auf offener Flamme gebacken. Fleischbällchen und Cous Cous stehen ebenfalls auf dem Menu.

Als Nachtisch servieren Sergeant Craig Tait und seine Mannschaft geröstete Feigen, Blaubeer Kompott und frischen Obstsalat mit Sahne.

Auch die anderen Mannschaften liegen gut im Zeitrahmen, obwohl sie einen nächtlichen Orientierungsmarsch hinter sich haben und ihnen die Jury genau auf die Finger schaut. "Unsere Feldköche sind in erster Linie Soldaten", erklärt Stabsfeldwebel Deborah Thornton, die Organisatorin des Manövers. "Deshalb stehen auch militärische Übungen wie Verteidigung bei einem Angriff auf eine Patrouille, Navigation, Erste Hilfe und Umgang mit dem Bayonet auf dem Programm. Die Militärköche müssen in der Lage sein, aus einfachsten Mitteln die Truppe satt zu bekommen. Wenn da Ausrüstung in der Küche fehlt oder bestimmte Lebensmittel, dann müssen sie improvisieren. Das wird hier geübt."

Das 3rd Regiment Royal Horse Artillery ist erst im Winter 2011 von einem sechsmonatigen Einsatz in der südafghanischen Provinz Helmand nach Bergen-Hohne zurückgekehrt. Insofern passt das Übungsszenario. Die Speisen sollen für afghanische Dorfbewohner zubereitet werden. Stabsfeldwebel Deborah Thornton weiss um die verbindende Wirkung einer gemeinsamen Mahlzeit in afghanischen Dörfern. "Wenn wir für die Menschen kochen und zusammen essen, kann Vertrauen aufgebaut werden. Alle sitzen auf einer Ebene, nämlich auf dem Fußboden. Da gibt es keine Rangunterschiede."

Den Feldköchen kommt aber ebenso bei der Versorgung der eigenen Truppe eine zentrale Bedeutung zu. "Ein Infanterist, der in Afghanistan bei Temperaturen von bis zu 50 Grad mit 50 Kilogramm Marschgepäck zu Fuß unterwegs ist, verbraucht zwischen 3500 und 5000 Kalorien und sollte am Tag bis zu 10 Liter Wasser trinken", berichtet Stabsfeldwebel James Asher. "Neben dem Nährwert ist gutes Essen auch wichtig für die Moral. Die Soldaten wollen Abwechslung. Da müssen sich die Köche was einfallen lassen."

Von cz