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Bergen Stadt "Mobbing sollte nur im Film vorkommen"
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt "Mobbing sollte nur im Film vorkommen"
19:05 09.11.2018
Paul, Jamie und Saskia (von links) schlendern in Richtung Fußballplatz. Kameramann Cerdal hat die Szene schon fast im Kasten. Quelle: David Borghoff
Bergen Stadt

Morgens um halb 10 auf dem Schulhof der Käthe-Kollwitz-Schule in Bergen. Es läutet zur großen Pause. Cerdal steht alleine auf dem Schulhof, seinen Fußball unter den Arm geklemmt. Er möchte eine Runde kicken, aber er ist neu in der Klasse und gehört noch nicht dazu. Von Weitem sieht er Jamie, Saskia und Paul auf ihn zukommen. Er nimmt all seinen Mut zusammen. „Hey! Wollt ihr mitspielen?“, ruft er ihnen zu. Als Reaktion erntet er Gelächter. In dem Moment nähert sich Klassenlehrer Jens Müller. „Super, das war doch schon echt gut“, sagt er und beendet die fiktive Szene. Die Schüler fangen an zu lachen und klatschen sich begeistert ab.

Seit dieser Woche wird in Bergen gerne mal das Buch gegen die Kamera und der Klassenraum gegen den Fußballplatz getauscht. Die Achtklässler arbeiten an ihrem Beitrag zum inklusiven Kurzfilmwettbewerb des Medien- und Kunstpädagogischen Vereins „Blickwechsel“. Unter dem Motto „Ganz schön anders – ganz schön aufregend“ beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema Mobbing und Ausgrenzung. „Das ist natürlich ein brandaktuelles Thema“, weiß Müller. „Es ist schon sehr erstaunlich, wie schnell die Schüler Ideen entwickelt haben und im Kopf ein Drehbuch entstand.“ Eine Schülerin habe dabei ihre ganz persönliche Geschichte verarbeitet, zwei Jungen hätten wiederum die Thematik Migrationshintergrund in den Fokus gestellt. „Es ist gar nicht so leicht, alle Ideen unter einen Hut zu bringen, aber es ist toll, dass die Jugendlichen so kreativ sind“, staunt der Lehrer und beobachtet zufrieden, wie seine Schützlinge sich für die nächste Szene positionieren. Diesmal steht Cerdal hinter der Kamera und macht sich gerade mit der Technik vertraut. Jamie guckt ihm über die Schulter. „Nee, so nicht. Jetzt sieht man den Rucksack und die Frau da hinten im Bild“, bemerkt sie und wendet sich an Jens Müller. Der kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Dann müsst ihr Bescheid sagen, das ist eure Aufgabe an der Kamera.“

Medienpädagogin Britta Kanabaja vom Verein „Blickwechsel“ unterstützt Schüler und Lehrer bei der Produktion des Films. „Wir bringen zunächst die Ausrüstung mit und erklären, wie man die ganze Sache am besten angeht“, erklärt sie. Es beginne mit dem Schreiben des Drehbuchs und der Kameraführung und endet mit dem Schnitt. „Wenn alle Szenen im Kasten sind, zeigen wir natürlich auch, wie man die Schnipsel zu einem echten Film zusammenschneidet.“

Bis Mitte Februar muss der Kurzfilm fertig sein. Eine Jury bewertet dann die Beiträge. Der Sieger des Wettbewerbs gewinnt eine Reise nach Berlin und einen Besuch des Filmparks Babelsberg. „Klar wollen wir gewinnen“, verkündet Paul selbstbewusst. Für Jens Müller steht hingegen die gemeinschaftliche Arbeit mit einem gemeinsamen Ziel im Vordergrund. „Ich denke, es stärkt das 'Wir-Gefühl' in der Klasse erheblich.“ Außerdem erhoffe er sich, dass der Unterricht der anderen Art seinen Schülern das Thema Ausgrenzung noch mal näherbringt. „Es wäre schön, wenn wir im Februar sagen könnten: Mobbing und Ausgrenzung gibt es bei uns nur im Film.“

Von Marie Nehrenberg

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