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Bergen Stadt Pfarrer Günther Birken verlässt Kirchengemeinde in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Pfarrer Günther Birken verlässt Kirchengemeinde in Bergen
23:51 03.08.2018
Von Christopher Menge
Pfarrer Günther Birken verlässt die katholische Kirchengemeinde Sühnekirche vom Kostbaren Blut in Bergen und wird im September seinen Dienst als Pfarrer von St. Joseph in Stadthagen und St. Marien in Bückeburg antreten. Quelle: Michael Schäfer
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Aber warum Luther? „Ich bereite mich auf die lange Nacht der Kirchen am 22. September in Hermannsburg vor“, erzählt Birken. „Der ökumenische Dialog war mir immer sehr wichtig – nicht nur im Luther-Jahr.“ Der Austausch sei für beide Seiten sehr bereichernd gewesen. „Ich bin sehr dankbar, dass die kleine katholische Kirchengemeinde so wertgeschätzt wird“, sagt Birken.

In Zukunft wird die Gemeinde mit 1300 Mitgliedern aber ohne eigenen Pfarrer auskommen müssen. Das Bistum versetzt Birken. Der 55-Jährige tritt am 24. September seinen Dienst als Pfarrer von St. Joseph Stadthagen und St. Marien in Bückeburg an und ist dann für 9500 Gemeindemitglieder zuständig. „Ich hätte mir gut vorstellen können, noch ein paar Jahre in Bergen bleiben zu können, aber die neue Aufgabe reizt mich auch“, sagt Birken, der dann anders als bisher ein Team von Hauptamtlichen leiten wird. Seine alte Kirchengemeinde wird Pater Andrzej Tenerowicz als Pfarrer im pfarreiübergreifenden Personaleinsatz dann gemeinsam mit den anderen Patres des Oratoriums in Celle leiten.

Die Celler Patres werden dann auch für Gedenkstättenarbeit zuständig sein. „Die Arbeit in Bergen-Belsen hat mich sehr geprägt“, sagt Birken, für den die Führungen durch das ehemalige Konzentrationslager mit bolivianischen Pfadfindern sehr bewegend waren. Besonders wird dem Pfarrer aber der Gottesdienst zum 65. Jahrestag der Befreiung im Haus der Stille in Erinnerung bleiben, zu dem polnische Überlebende gekommen waren.

„Es ist aber auch wichtig, dass man nicht nur der Vergangenheit gedenkt, sondern sich auch für eine bessere Zukunft engagiert“, sagt Birken, der im Arbeitskreis für Demokratie und Menschenrechte im Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus aktiv war. Neben seiner Arbeit in Hermannsburg und Bergen lag und liegt Birken zudem auch sein Engagement für die Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, deren Diözesankurat er im Bistum Hildesheim ist, sehr am Herzen. „Da erreicht man auch die Leute, die nur selten in die Kirche gehen“, sagt Birken.

Den Ehrenamtlichen in Bergen und Hermannsburg wünscht der scheidende Pfarrer, dass sie die Kraft und Lust haben, sich weiterhin zu engagieren – auch ohne Pfarrer vor Ort. „Ich danke den Menschen, die mich begleitet haben“, sagt Birken. „Ich habe auch Seelsorge an mir selbst erlebt.“ Für Bergen wünscht er sich, dass das Projekt „Internationale Begegnungsstätte“ zügig umgesetzt wird und alle an einem Strang ziehen.