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Bergen Stadt Reaktion auf Rückzugspläne: Teilweise Baustopp in der Britensiedlung
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Reaktion auf Rückzugspläne: Teilweise Baustopp in der Britensiedlung
19:41 09.08.2018
Der Hammer ruht - wie ein Teil der Baustelle in der Mozartstraße Quelle: Udo Genth
Bergen Stadt

Noch wird gearbeitet an der Mozartstraße in Bergen, doch seit der britische Premierminister David Cameron angekündigt hat, die britischen Truppen bis 2020 aus Deutschland abzuziehen, geht es dort etwas langsamer voran. Wie die CZ erfuhr, sind zunächst bei drei von fünf Bauabschnitten die Arbeiten eingestellt worden.

Ursprünglich sollte die Stadt Bergen die Abschnitte drei und vier weiter erschließen. Doch diese Arbeiten wurden zunächst abgesagt. Dort liegen bereits die Fundamente für die Häuser, die für die britischen Streitkräfte gebaut werden sollten. Vom fünften Abschnitt, in dem noch nicht viel passiert ist, ist im Moment gar nicht mehr die Rede. Wie bekannt wurde, überlegt die Lindhorst-Gruppe derzeit, die beiden schon angefangenen Bauabschnitte drei und vier noch fertig zustellen, den Abschnitt fünf aber nicht mehr zu realisieren. Das Unternehmen möchte sich gegenüber der CZ nicht äußern.

Sollten die Pläne so umgesetzt werden, würde sich die Zahl der Wohneinheiten reduzieren. Bisher waren dort 79 Wohneinheiten geplant, für die das Unternehmen auch Mietverträge über 15 Jahre hätte. Danach könnte es aber schwierig werden, die Immobilien zu verkaufen.

Politiker aus dem Stadtrat äußerten Verständnis, dass das Unternehmen einen Stopp verfügt hat. „Ich würde auch zunächst eine Denkpause einlegen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger von Borcke. Er riet davon ab, dass die Stadt jetzt irgendwelche Schnellschüssen macht, sondern erst mal die genauen Pläne der britischen Streitkräfte abwartet.

Amtland: Das gilt auch für das Baugebiet Duhmoor an der Straße Amtland. Dort wird derzeit ein Kreisel gebaut. Ursprünglich war dort auch eine britische Siedlung vorgesehen. Die FDP hatte einen sofortigen Stopp der Planungen für dieses Areal gefordert. „Es wird viel Kaufkraft verloren gehen und in Bergen und Umgebung wird es ein Meer von leer stehenden Häusern geben“, lautet die Begründung der Liberalen.

SPD und CDU weisen diesen Planungsstopp zurück. „Man muss den Immobilienmarkt im Auge behalten, aber die Planungen sind schon weit fortgeschritten und sollten nicht gänzlich eingestellt werden“, sagt von Borcke. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Eckhart Borges bezeichnete eine Einstellung als „Quatsch. Erstmal müssen wird uns über die genauen Pläne der Briten informieren. Zudem kann das Amtland bei Bedarf als normales Baugebiet für Bauwillige angeboten werden.“ Ähnlich sieht das die Stadt. Die Planungen für das Baugebiet seien ohnehin abgeschlossen, eine Erschließung derzeit nicht vorgesehen“, heißt es im Rathaus.

Unterstützung gefordert: Die beiden großen Fraktionen im Rat setzen aber auf Unterstützung von außen. Von Borcke sieht den Ersatz von wegfallenden Arbeitsplätzen als wichtigste Aufgabe für die kommenden Jahre an. Borges erwartet Unterstützung vom Kreis und dem Land. „Die Veränderungen sind so groß. Das könne wir nicht alleine stemmen“, sagte er.

Treffen mit Ministerpräsident: Am 9. November wird es ein Treffen zwischen den Landräten und Bürgermeistern der vom Abzug der britischen Truppen betroffenen Kommunen und dem niedersächsischen Ministerpräsident David McAllister geben. Er hat die Verwaltungschefs zu einem Informationsgespräch nach Hannover eingeladen. Mit dabei sein soll Major General Nick Caplin, Kommandeur des britischen Unterstützungskommandos in Deutschland. Er soll dort persönlich über die Abzugspläne informieren. Ob dabei viel Neues herauskommt, ist derzeit fraglich. Die Pläne sollen im Detail erst im Frühjahr bekannt gegeben werden.

Hier ruht der Hammer in einigen Abschnitten: Im Baugebiet an der Mozartstraße gibt es einen Teilstopp der Arbeiten. Foto: Genth

Wie weiter

nach dem Abzug?

Von Tore Harmening