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Bergen Stadt Rettungsdienst: Bergen fühlt sich benachteiligt
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17:45 22.11.2018
Von Christopher Menge
Wenn es auf der B3 zu einem Unfall kommt, muss künftig ein Rettungswagen aus Beckedorf oder Hermannsburg anrücken. Quelle: Oliver Knoblich
Bergen

Bergen ist nicht nur die zweite Stadt im Landkreis Celle, sondern hat durch die Bundesstraße 3 auch eine besondere Verkehrssituation. Doch nach dem neuen Bedarfsplan wird in der 14.000-Einwohner-Kommune bald kein Rettungswagen mehr stationiert sein. Der Nordkreis soll über die Rettungswache in Beckedorf und eine neue Station in Hermannsburg versorgt werden. Doch in Bergen will man sich damit nicht zufrieden geben. Vor allem, weil die Kreisverwaltung vor einem Jahr zugesagt haben soll, dass es keine Verschlechterung für Bergen geben wird.

"Gegenüber Hermannsburg und Winsen benachteiligt"

"Es ist den Bürgern schwer zu vermitteln, dass die zweite Stadt im Landkreis keine eigene Rettungswache hat und gegenüber Hermannsburg und Winsen derart benachteiligt ist", kritisiert der Berger Ratsherr Jürgen Patzelt (Grüne). "Während in diesen beiden Gemeinden die Rettungswagen in wenigen Minuten vor Ort sind, dauert es in Bergen deutlich länger bis Hilfe kommt." Die Schuldigen sind aus seiner Sicht klar zu benennen: "Diese Benachteiligung resultiert unserer Meinung nach aus einem Versagen der Verwaltung Bergens und auch der Vertreter unserer Stadt im Kreistag, die entweder die Problematik nicht erkannt haben oder ihr nicht zum Wohle Bergens entschieden entgegengetreten sind."

"Stadt Bergen hat sich aktiv eingesetzt"

Bergens Bürgermeister Rainer Prokop weist das entschieden zurück. "Die Stadt war am Verfahren nicht beteiligt, aber die Verwaltung hat sich aktiv eingesetzt, um das Beste für Bergen zu erreichen", so der Verwaltungschef. Aus seiner Sicht sei es sehr unglücklich gewesen, wie seitens der Kreisverwaltung mit Bergen umgangen worden sei. "Ich weiß nicht, welchen Druck es von den Krankenkassen gab, aber wenn der Landkreis gewollt hätte, hätte man etwas bewegen können", ist sich Prokop sicher.

Zusage vom Landkreis?

Für Verärgerung sorgt insbesondere ein Schreiben des Landkreises aus dem Oktober 2017. Dieses suggeriert, dass Bergen auch in Zukunft Standort eines Rettungswagens sein wird. Prokop spricht heute von einer "Beruhigungspille", denn im Gutachten war davon plötzlich keine Rede mehr. "Dieses Schreiben war ein Zwischenbericht. Darin gab es einen missverständlichen Satz", sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening. "Im Verfahren wurde jedoch mehrmals deutlich gemacht, dass eine solche Zusage nicht möglich ist." Zudem sei kommuniziert worden, dass der Gutachter einen Standort in Bergen für nicht notwendig erachte, um die Hilfsfristen einzuhalten.

Gutachten fordert Rettungswache in Hermannsburg

Mit diesem Argument wies auch der Kreistagsabgeordnete Henning Otte (CDU) in der jüngsten Sitzung des Berger Stadtrates die Kritik an seiner Person zurück. Neben Patzelt war Otte auch von Rüdiger von Borcke (SPD) angegriffen worden. "Das Gutachten hat festgestellt, dass Unterlüß nicht abgedeckt war", betonte Otte. "Daher wird eine zweite Rettungswache in Hermannsburg benötigt." Es seien von keiner Fraktion oder der Verwaltung Zweifel angemeldet worden, dass Beckedorf weiterbestehen soll.

"Wir haben die Minimalforderung gestellt, dass der Zustand erhalten bleibt", sagt von Borcke. Heißt: ein Rettungswagen in Beckedorf und einer in Bergen. Das ist im Moment so, weil die Firma Marquardt nicht nur an der Rettungswache Beckedorf, sondern auch an seinem Hauptsitz in Bergen einen Mehrzweckwagen für den Notfall bereit hält.

Hoffen auf Marquardt

Stefan Hauke, stellvertretender Leiter im Rettungsdienst Marquardt, hatte auf CZ-Anfrage zuletzt allerdings gesagt, dass die Station in Bergen künftig wegfallen werde, da die neue Ausschreibung einen Rettungswagen in Beckedorf und einen in Hermannsburg fordere. "Der Krankentransport soll dann nach Beckedorf ziehen und in Hermannsburg eine kleine Wache gebaut werden", so Hauke. Nur die Verwaltung von Marquardt solle in Bergen bleiben.

Prokop hofft trotzdem, dass Marquardt die Ausschreibung gewinnt und Bergen letztendlich doch noch einen Rettungswagen behält. "Und sonst müssen wir sehr genau beobachten, ob die 95-Prozent-Regelung bei der Hilfsfrist wirklich eingehalten wird", sagt der Bürgermeister. "Etliche bezweifeln das."

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