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Bergen Stadt Sicherheitszone für Bergen-Hohne verkleinern?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Sicherheitszone für Bergen-Hohne verkleinern?
12:12 09.02.2015
Der Standort Bergen Hohne wird 2015 von den Briten aufgegeben werden. Die Frage ist, ob dann der Sicherheitsbereich verkleinert werden kann. Quelle: Tore Harmening (Archiv)
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Für die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) besteht deshalb dringend Handlungsbedarf. „Ich freue mich sehr darüber, dass es auf Teilflächen der Kaserne Belsen zu einer militärischen Weiternutzung kommt. Die Bundeswehr wird aber nicht die gesamte Fläche benötigen“, so die Bundestagsabgeordnete. Die andere Hälfte dürfe aber nicht leer stehen und müsse sinnvoll genutzt werden. „Dafür sind jetzt die notwendigen Schritte einzuleiten.“

Rechtlich würde die Fläche der Kaserne nach ihrer Vorstellung als Einheit erhalten bleiben. Das wäre auch nicht anders möglich, weil sonst die aktuellen Planungsvorschriften und damit vor allem neue Lärmschutzwerte gelten würden. Sie würden den Übungsbetrieb auf dem Platz stark einschränken. Lühmann kann sich aber vorstellen, dass der Sicherheitsbereich der Kaserne deutlich verkleinert und der Zaun dafür versetzt wird.

Aus ihrer Sicht ist auch eine Ansiedlung von anderem Gewerbe möglich. „Das vielfach zitierte Lärmgutachten steht dem nicht im Wege. Wie bei anderen Bundesliegenschaften auch, können hier mit sogenannten ‚Nutzungsvereinbarungen‘ Verpachtungen an Gewerbetreibende stattfinden.“

Oberst Jörg Wiederhold, Kommandeur der Truppenübungsplatzkommandantur Nord, bestätigt, dass es solche Mitbenutzungsverträge gibt. „Sie werden so geschlossen, dass sie bei veränderter Lage aber auch relativ schnell wieder gekündigt werden können”, sagt Wiederhold. Er schließt auch eine Versetzung des Zaunes nicht generell aus: „Die Versetzung von Sicherheitsbereichen bei veränderten Lagen auf militärischen Anlagen hat es in Deutschland schon gegeben. Allerdings ist so etwas hier derzeit nicht geplant”, so Wiederhold. Im Planungsamt für die Liegenschaften des Bundesverteidigungsministeriums weist man darauf hin, dass bisher noch keine offizielle Entscheidung zu dem Panzerbataillon getroffen wurde. Daher könne die Planung noch nicht abgeschlossen werden.

Nicht nur Gewerbetreibenden haben Interesse an dem Areal. Lühmann hat Kontakt zu der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten aufgenommen, die sich schon länger Zugang dort wünscht. „Es gibt auf dem frei werdenden Gelände Stätten, die im direkten Bezug zu dem Konzentrationslager Bergen-Belsen stehen. Wir haben jetzt die Chance, diese Bereiche der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und endlich die ganze Geschichte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen dokumentieren zu können.“

Die britischen Streitkräfte werden in diesem Jahr die Kasernen in Bergen-Hohne aufgeben. Als Ersatz rückt ein deutsches Panzerbataillon nach, das die 5000 britischen Soldaten dort aber nur unzureichend ersetzen kann.

Von Tore Harmening