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Bergen Stadt Sorgen um Rettungswache Beckedorf
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Sorgen um Rettungswache Beckedorf
06:38 24.11.2018
Von Christopher Menge
Laut Landkreis spielt die Rettungswache Beckedorf eine zentrale Rolle. Da aber in nur 2,5 Kilometern Entfernung eine neue Station gebaut wird, befürchtet SPD-Ratsfrau Daniela Behn-Horrer, dass Beckedorf bald ganz geschlossen wird. Quelle: Oliver Knoblich
Beckedorf

Daniela Behn-Horrer sitzt nicht nur für die SPD im Berger Stadtrat, sie arbeitet auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Walsrode im Rettungsdienst. Daher hat sie sich besonders mit dem Bedarfsplan des Landkreis Celle auseinandergesetzt. Sie ist besorgt über die Pläne. In Zukunft soll in Bergen kein Rettungswagen mehr stationiert sein. Und nachts soll sogar nur von Hermannsburg aus gerettet werden.

Jede Minute überlebenswichtig

"Wenn der Rettungswagen dann gerade in Unterlüß im Einsatz ist und jemand in Becklingen einen Herzinfarkt erleidet, muss ein Rettungswagen aus Celle oder Südwinsen anrücken", sagt Behn-Horrer. Die vorgeschriebene Hilfsfrist von 13 Minuten sei dann niemals einzuhalten. "Jede Minute, die das Gehirn kein Sauerstoff bekommt, bedeutet zehn Prozent weniger Überlebenschance."

"Bergen sollte eigene Rettungsstation haben"

Betroffen von den längeren Anfahrtszeiten ist unter anderem der CDU-Kreistagsabgeordnete Jan-Hendrik Hohls, der in Becklingen wohnt. Die Vorwürfe von Jürgen Patzelt findet er auch deshalb "unter aller Sau". "Die Vergabe ist kein politischer Prozess und von den Abgeordneten nicht beeinflussbar", betont Hohls. "Egal, was wir sagen, es wird auf das Gutachten und die Kostenträger verwiesen." Er habe die Pläne an jeder Stelle kritisiert. "Natürlich sollte Bergen eine eigene Rettungsstation haben, aber ich kann da nichts bewirken", so Hohls. Und weiter: "Am 18. Dezember erfährt der Kreisausschuss, wer die Ausschreibung gewonnen hat. Die Entscheidung trifft die Verwaltung anhand von Kriterien und nicht die Politik."

Blick auf Landkarte sagt etwas anderes

Aber warum wurden nicht Bergen und Hermannsburg als Standorte für die Rettungswachen gewählt? Beim Blick auf die Karte des Landkreises scheint das doch am vernünftigsten zu sein. Für Behn-Horrer ist die Sache klar. "Die Wache in Beckedorf ist noch nicht abgeschrieben", sagt sie. Tore Harmening weist das aber zurück. "Finanzielle Erwägungen haben keine Rolle gespielt", betont der Landkreis-Sprecher.

Wird Rettungswache Beckedorf geschlossen?

Behn-Horrer geht aber noch einen Schritt weiter. "Ich befürchte, dass Beckedorf geschlossen wird, wenn die Wache abbezahlt ist", sagt die Ratsfrau. "Warum baut man sonst eine neue Wache in nur 2,5 Kilometern Entfernung?" Dieser Vermutung widerspricht Harmening aber entschieden. "Beckedorf wird eine zentrale Rolle in der Versorgung mit dem Rettungsdienst einnehmen", sagt der Sprecher der Kreisverwaltung. "Eine Schließung ist daher ausgeschlossen, genau weil der Standort Bestandteil der Ausschreibung ist und zur guten Versorgung der Stadt Bergen beiträgt."

Kritik auch aus Lohheide

Allerdings kommt jetzt auch Kritik aus dem Gemeindefreien Bezirk Lohheide. "Die Mitglieder der Einwohnervertretung und alle Einwohner plädieren ebenfalls für den Verbleib der Firma Marquardt in Bergen, mit einem Rettungsfahrzeug", so der Vorsitzende der Einwohnervertretung Jens Gadomski. Behn-Horrer kritisiert, dass Lohheide in der Ausschreibung überhaupt nicht auftauche. Laut Harmening werden aber auch hier die Hilfsfristen eingehalten.

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