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Bergen Stadt Stadtumbau in Bergen: Brennpunkt bald Vorzeigeviertel?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Stadtumbau in Bergen: Brennpunkt bald Vorzeigeviertel?
17:56 27.03.2017
Von Christopher Menge
Neben dem Ortszentrum hat die Stadt Bergen für die Bereiche Danziger Straße, Musikerviertel, Berliner Straße und Fliederstraße Modernisierungspläne. Diese sehen den Rückbau von ehemals britischen Quartieren sowie den Neubau von Einfamilienhäusern vor. Quelle: Madrid Nie√üe
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„Wir haben eine Menge Fördermittel eingeworben – jetzt müssen wir entscheiden, wie wir sie sinnvoll einsetzen wollen“, sagte Bergens Bürgermeister Rainer Prokop. Nach seinem Plan sollen die Gremien des Stadtrats Bergen schon im Mai die Sanierungsgebiete festlegen. Die Kommunalpolitik wird sich in diesem Zusammenhang auch mit dem Wohnraumversorgungskonzept auseinandersetzen, das Uwe Höger an dem Abend im Stadthaus vorstellte. Der Stadtplaner geht davon aus, dass die Bevölkerung in Bergen nach dem großen Zuwachs von 140 Haushalten im vergangenen Jahr bis 2020 leicht steigt. Dennoch sollen Wohnungen abgerissen werden. "Von den 920 ehemals britischen Wohnungen in der Stadt Bergen einschließlich der Berliner Straße stehen 600 leer", sagte Höger, "von diesen sollten 450 vom Markt genommen und 45 in Eigentum umgewandelt werden.“ Der Leerstand betrüge dann noch 105 Wohneinheiten.

Die Stadtumbau-Pläne sehen allerdings erstmal "nur" den Abriss von 338 Wohneinheiten vor. Der Bestand der Seymourstraße Nord mit 110 Einheiten soll in den „Beobachtungsstatus“ versetzt werden. An diesen Plänen fürs Musikerviertel kam während des Bürgerdialogs allerdings Kritik auf. Siveryos Bulut, dem sechs Wohnungen in der Seymourstraße Süd gehören, die abgerissen werden sollen, sagte, dass diese alle bewohnt und gerade erst saniert worden seien. „Viele Eigentümer denken nicht an einen Verkauf, weil die Nachfrage da ist“, so der Eigentümer, der sich fragte, warum nicht die leer stehenden Häuser dahinter, die Cesa gehören, abgerissen werden sollten. Cesa-Stadtplaner Wolf Uwe Rilke entgegnete, dass seine Firma investieren und tragbare Mieten realisieren wolle.

Im Musikerviertel steht zudem noch die Frage nach der Nachnutzung der Slim School im Raum. Die Planer sind der Meinung, dass hier im Gegensatz zum ehemaligen britischen Kindergarten eine Nachnutzung denkbar sei. Eine Bergerin schlug vor, das Begegnungszentrum an Stelle der Slim School zu bauen. Die Begegnungsstätte soll aber wohl stärker ins Stadtzentrum eingebunden werden.

Neben dem „Familienwohnen am Sportpark“ (Berliner Straße) und der „Aufwertung der Stadtrandlage“ (Musikerviertel) sehen die Pläne auch die Schaffung von neuem Wohneigentum an der Fliederstraße und ein „gemischtes Wohnquartier“ an der Danziger Straße vor. Am zuletzt genannten Ort sollen „nur“ 64 der 352 Wohneinheiten verschwinden. An der Fliederstraße ist kein Rückbau geplant.

Neben diesen ganzen Ideen muss sich die Kommunalpolitik auch mit der Frage beschäftigen, was mit den derzeitigen Bewohnern der Berliner Straße passieren soll, wenn dort Einfamilienhäuser entstehen. Schließlich soll sich der soziale Brennpunkt ja nicht einfach nur verschieben.