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Bergen Stadt Streit über die Kinderkrippe Eversen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Streit über die Kinderkrippe Eversen
04:27 09.08.2018
Bild aus Bergen Streit im Berger Rat über - die Kinderkrippe - Haushalt und Café beschlossen - Noch einmal heftige Kritik der SPD gab es an dem Beschluss, den Bau der Krippe in Eversen zu verschieben. Mit dieser Position standen die Sozialdemokraten allerdings alleine. Der Rat fasste den entsprechenden Beschluss. Beschlossen wurden in der Sitzung am Donnerstagabend auch der Haushalt und das Jugendcafé in der St. Lamberti-Gemeinde. - Von Tore Harmening - BERGEN. „Es liegen noch Welten zwischen dem, was Bergen ab 2013 an Krippenplätzen bereitstellen muss, und was wir bisher haben“, sagte Annette von Pogrell (SPD) am Donnerstagabend im Berger Rat. Sie wollte bei der Mehrheit doch noch erreichen, dass die Krippe in Eversen in diesem Jahr gebaut wird. Als weiteres Argument führte sie ins Feld, dass in Eversen ein Baugebiet geschaffen wurde, jetzt aber die Infrastruktur für Familien in andere Orte verlagert werde. - Bergens Bürgermeister Rainer Prokop wies die Kritik zurück. „Es gibt derzeit in Eversen und Sülze nur Bedarf für eine Krippe. Kinder aus Eversen können im Ort in einer altersübergreifenden Gruppe im Kindergarten bleiben und es kann doch nicht sein, dass wir erst ein Haus bauen, um dann den Bedarf dafür zu suchen“, sagte Prokop. Wenn es eine Nachfrage gebe, werde man die Krippe in den kommenden Jahren bauen. Dieser Argumentation folgte die große Mehrheit. - ●Jugendcafé: Einmütig war die Meinung, dass die Einrichtung eines Jugendcafés eine gute Idee für Bergen ist. Redner aller Parteien lobten die Vorzüge des Projektes. Die FDP bemängelte allerdings, dass sich die Stadt zu schnell zu weitgehend engagiert habe. „Außerdem fehlt der genaue Plan, wie die Jugendlichen in die Arbeit miteingebunden werden. Wir hätten uns da eher eine private Lösung gewünscht“, sagt die FDP-Fraktionsvorsitzende Gabriele Hildebrandt. Die Liberalen enthielten sich deshalb als einzige bei dem sonst positiven Votum. - ●Haushalt: F Quelle: nicht zugewiesen
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„Es liegen noch Welten zwischen dem, was Bergen ab 2013 an Krippenplätzen bereitstellen muss, und was wir bisher haben“, sagte Annette von Pogrell (SPD) am Donnerstagabend im Berger Rat. Sie wollte bei der Mehrheit doch noch erreichen, dass die Krippe in Eversen in diesem Jahr gebaut wird. Als weiteres Argument führte sie ins Feld, dass in Eversen ein Baugebiet geschaffen wurde, jetzt aber die Infrastruktur für Familien in andere Orte verlagert werde.

Bergens Bürgermeister Rainer Prokop wies die Kritik zurück. „Es gibt derzeit in Eversen und Sülze nur Bedarf für eine Krippe. Kinder aus Eversen können im Ort in einer altersübergreifenden Gruppe im Kindergarten bleiben und es kann doch nicht sein, dass wir erst ein Haus bauen, um dann den Bedarf dafür zu suchen“, sagte Prokop. Wenn es eine Nachfrage gebe, werde man die Krippe in den kommenden Jahren bauen. Dieser Argumentation folgte die große Mehrheit.

Jugendcafé: Einmütig war die Meinung, dass die Einrichtung eines Jugendcafés eine gute Idee für Bergen ist. Redner aller Parteien lobten die Vorzüge des Projektes. Die FDP bemängelte allerdings, dass sich die Stadt zu schnell zu weitgehend engagiert habe. „Außerdem fehlt der genaue Plan, wie die Jugendlichen in die Arbeit miteingebunden werden. Wir hätten uns da eher eine private Lösung gewünscht“, sagt die FDP-Fraktionsvorsitzende Gabriele Hildebrandt. Die Liberalen enthielten sich deshalb als einzige bei dem sonst positiven Votum.

Haushalt: Für Gesprächsstoff sorgte auch noch einmal der Haushalt, der zum ersten Mal seit einigen Jahren einstimmig verabschiedet wurde. Er sieht im Ergebnishaushalt jetzt 14,61 Millionen Euro an Erträgen und 16,17 Millionen Euro an Aufwendungen vor, was ein Defizit von etwa 1,5 Millionen Euro bedeutet. „Der Haushalt zeigt, dass wir nicht die Insel der Glücksseeligen, sondern davon abhängig sind, was für Entwicklungen es unter anderem im weltweiten Finanzsystem gibt“, sagte Prokop. Sollte es 2011 keine Besserung beim Defizit geben, müsse man über Steuererhöhungen reden. Diskussionspotenzial zeichnet sich bei der Rede des Finanzausschussvorsitzenden über die Art der Steuererhöhungen ab. Michael Buhr (CDU) forderte in seiner Rede, „auf jeden Fall nicht die Gewerbesteuer zu erhöhen“, was Prokop mit dem Satz „Bitte keine Denkverbote“ kommentierte.

Die SPD kritisierte unter anderem zu wenig Ausgaben für Bildung und forderte, das zweite Kindergartenjahr für Bedürftige nach dem Vorbild der Stadt Celle kostenlos zu stellen. Dieser Antrag wurde aber zunächst mal zur Beratung in den Ausschuss verwiesen. Die FDP wollte die Mindereinnahmen nicht als Entschuldigung für ein Defizit sehen. „Es gibt genügend Potenzial für Einsparungen und 14,6 Millionen Euro an Einnahmen sollte für die Arbeit in Bergen genügen“, sagt Gabriele Hildebrandt. Insgesamt sah sie aber Fortschritte und stimmte daher zu.

Von Tore Harmening