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Bergen Stadt Tag der offenen Tür bei KWS Lochow in Bergen: Getreide unter die Lupe genommen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Tag der offenen Tür bei KWS Lochow in Bergen: Getreide unter die Lupe genommen
13:37 04.08.2018
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Bis Mitte der 1990er Jahre auf den deutschen Markt und Roggen konzentriert, hat KWS Lochow mittlerweile sowohl seine Produktpalette als auch seine Standorte und Märkte erweitert. Beim Getreide sind vor allem Weizen und Gerste dazu gekommen, auch wenn Roggen mit 44 Prozent immer noch die Hauptrolle spielt. In der gesamten KWS-Gruppe macht Getreide allerdings nur 11 Prozent des Umsatzes aus, 40 Prozent entfallen auf Zuckerrüben und 40 Prozent auf Mais.

Um nicht vom deutschen Markt abhängig zu bleiben, hat das Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren erheblich expandiert und ist jetzt in zahlreichen Ländern Europas sowie den USA und Kanada vertreten. Besonders in Osteuropa und Amerika werden Wachstumschancen gesehen, erläuterte Geschäftsführer Jürgen Leitzke. Die braucht das Unternehmen allerdings auch, da nach dem Rekordjahr 2013 das Betriebsergebnis stark rückläufig ist. Grund dafür sind, neben hohen Aufwendungen für Forschung und Vertrieb, politische und wirtschaftliche Krisen sowie die drastisch gesunkenen Umsätze der Landwirte. Das wirkt sich auch auf KWS aus, das die Landwirte mit Saatgut unter anderem für die Futtermittelproduktion beliefert.

Beim Rundgang über das Betriebsgelände konnten die zahlreichen Besucher mehr als 60 von KWS gezüchtete Getreidesorten in Augenschein nehmen und sich informieren, wie eine Saatgut-Prüfung funktioniert. Sie lernten, wie einzelne Sorten auf den Markt gebracht und zu welchen Endprodukten, von Brot über Nudeln bis zu diversen Biersorten, das Getreide am Ende verarbeitet wird, sofern es nicht in Tiermägen landet. Gut zu wissen für alle, die dieses Jahr einen Besuch beim Oktoberfest in München geplant haben: In den Brezeln dort steckt diesmal eine KWS-Weizensorte.

International steht die KWS-Gruppe beim Umsatz aus landwirtschaftlichen Nutzpflanzen an vierter Stelle. Marktführer ist Monsanto mit Sitz in den USA. Um am Ball zu bleiben, investiere KWS Lochow viel in Forschung und Entwicklung, um noch ertragreichere, widerstandsfähigere, qualitativ hochwertigere Sorten zu züchten. Dafür bedürfe es riesiger Anbauflächen, Zugang zu Technologien und der Zusammenarbeit zwischen Unternehmensteilen und Standorten, erläuterte Harold Verstegen, Leiter Getreidezüchtung. Der Fokus liege allerdings immer auf dem lokalen Landwirt als Kunden. So werde möglichst viel vor Ort gezüchtet. „Global denken, lokal handeln“ lautet das Motto.

Von Sonja Richter