Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Unkraut einfach wachsen lassen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Unkraut einfach wachsen lassen
21:08 03.08.2018
Bergen Stadt

Pistorius störte sich bei seinem kurzen Besuch augenscheinlich nicht wegen des Grüns – bei einigen Anwohnern sieht das aber anders aus. „Die Stadt Bergen soll ihrer Verantwortung nachkommen“, fordert Nicole Atkin. Sie habe sich schon an die Verwaltung gewandt, aber dort nur „schnippische Bemerkungen“ bekommen. „Die Twin Towers sind von Grün umgeben. Der Bürgersteig von Büschen überragt und Fußweg mit Straße seit Monaten von Unkraut bewachsen“, beschwert sich Atkin. Eine weitere Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, drückt sich drastischer aus: "Das sieht hier schrecklich aus. Die Gegend ist richtig verwahrlost", lautet ihr Kommentar zu den Zuständen der Grünanlagen rund um die Twin Towers. Denn nicht nur an der Danziger Straße sprießt das Grün. Auch die leerstehenden Wohnungen an der Posener Straße und an der Memeler Straße sind von wildwachsendem Unkraut umgeben.

Auf eine frühere CZ-Nachfrage hin gab Prokop in seiner Funktion als Geschäftsführer der zuständigen Stadtentwicklung Bergen GmbH (SEB) zu, dass im Gebiet rund um die Twin Towers derzeit nur das Nötigste gemacht werde. „Sobald die Hochhäuser weg sind, werden wir das Gelände aufräumen, damit es wieder ansehnlich ist“, versprach Prokop. Die Anwohner müssen sich somit noch mindestens bis Ende August gedulden. Sie können sich aber zumindest damit trösten, dass das Gelände auch nicht für den Innenminister hergerichtet wurde.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich hingegen bei den leerstehenden Wohnblöcken an der Seymourstraße und an der Beethovenstraße. Hier scheinen die Grünanlagen auch weiterhin gepflegt zu werden. Die Rasenflächen und Hecken sind vor den leeren Wohnblöcke ordentlich gestutzt. Der Grund: Privateigentümer sind dort für die Grundstücke verantwortlich, wie Frank Juchert, Erster Stadtrat von Bergen, erklärt.

Doch auch an der Seymourstraße lassen sich verwahrloste Ecken finden. Besonders das Gelände des verlassenen Community Centres, des Wavell Centres und eines nahe gelegenen Spielplatzes bieten der Natur freien Raum zur Entfaltung. So wächst das Gras auf dem Spielplatz, auf dem sich zwei Fußballtore befinden, etwa kniehoch. Wann dort Hand angelegt wird, kann Juchert nicht sagen. Zur Zeit gebe es Gespräche zwischen einem privaten Investor, der Stadt und dem aktuellen Eigentümer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zur weiteren Entwicklung der Grundstücke. Diese könnten sich noch über Jahre hinziehen.

Von Christopher Menge und Michael Ottinger