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Bergen Stadt Verband aus Berlin möchte Internationale Begegnungsstätte Bergen betreiben
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Verband aus Berlin möchte Internationale Begegnungsstätte Bergen betreiben
17:47 25.10.2017
Von Christopher Menge
Illustration: Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks übergibt in Berlin die Förderurkunden an die Träger, Initiatoren und Beteiligten der 24 Premiumprojekte übergeben, die ab 2017 im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert werden. An der Veranstaltung im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit werden der Bürgermeister der Stadt Bergen Rainer Prokop (rechts) und weitere Beteiligte am Projekt „Internationale Begegnungsstätte Bergen” teilnehmen. Quelle: Ulrich Frassl
Bergen Stadt

Der Verwaltungsausschuss hatte am Dienstagabend nach nicht-öffentlicher Beratung beschlossen, die Sitzung des Stadtrates abzusetzen und dem IBB-Projekt somit noch eine (letzte) Chance zu geben. Dass es durch die Verzögerung Probleme mit den Förder-Millionen geben könnte, glaubt Prokop nicht. "Der Fördermittelgeber hatte uns gebeten, den Antrag bis Ende Oktober zu stellen, damit sie noch genügend Zeit haben, ihn bis zur Deadline 31. Dezember zu bearbeiten", sagte der Verwaltungschef. "Ein paar Tage haben wir noch, aber wir brauchen jetzt so schnell wie möglich eine politische Entscheidung."

Ein anderer Bewerber – das Deutsche Jugendherbergswerk – ist dagegen aus dem Rennen. "Die wollten, dass die Stadt Bergen ein mögliches Defizit ausgleicht", sagte Prokop. "Wir können und wollen da aber kein Risiko eingehen. Wir brauchen einen potenten und kompetenten Betreiber."

Der Bürgermeister hat inzwischen den Eindruck, dass die Politik bei dem Projekt dreigeteilt ist. Es gebe Gegner und Befürworter sowie welche, die der IBB positiv gegenüberstehen, aber noch viele Fragen haben. Den gleichen Eindruck hat auch Peter Rabe (WG). "Einige wollen das Projekt nicht aufgeben, andere wollen es gemäß des CDU-Antrags beenden", sagte Rabe, der sehr überrascht war, "dass sich fünfeinhalb Stunden vor der Sitzung plötzlich jemand meldet".

Die Wählergemeinschaft stehe dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben sei. In diesem Punkt rennt die WG bei der CDU-Fraktion, die im Stadtrat die absolute Mehrheit hat, offene Türen ein. "Der Betreiber ist einer der entscheidenden Faktoren", sagte der Fraktionsvorsitzende Walter Christoph Buhr. Die Bewerbung sei zwar sehr offen formuliert gewesen, aber es bestehe zumindest die Hoffnung, dass im letzten Moment doch noch ein Betreiber gefunden werde.

Buhr wünscht sich, dass dieser auch Know-how beim Bau und bei der Erwachsenenbildung einbringt. "Und die wirtschaftliche Tragbarkeit muss gewährleistet sein", betonte Buhr. "Mit uns gibt es nur eine IBB, wenn kein Steuerloch zu befürchten ist." Ansonsten werde die CDU-Fraktion an ihrem Antrag, die Fördermittel von 3,6 Millionen Euro nicht abzurufen, festhalten.

Rabe meint, dass man das Projekt ohnehin nicht an den Zuwendungen festmachen kann. "Das Pferd wurde von hinten aufgezäumt und jetzt schlägt es aus", so Rabe. "Es wurde geguckt, was für fünf Millionen Euro drin ist." Ob Bergen trotzdem mit einem blauen Auge davonkommt, hängt jetzt von dem Bewerber aus Berlin ab – der am Montag wie Phönix aus der Asche kam.