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Bergen Stadt Viel Arbeit für Integrationshelfer in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Viel Arbeit für Integrationshelfer in Bergen
05:20 07.08.2018
Quelle: Karikatur: Ulrich Frassl
Bergen Stadt

Die Ausschreibung läuft bereits, jetzt hat der Rat der Stadt Bergen auch grünes Licht für die Einstellung eines Integrationshelfers gegeben. Vertreter aller Parteien betonten noch einmal die Notwendigkeit dieser Stelle. „Es ist uns sehr wichtig, dass diese Stelle geschaffen wird. Am besten wäre es, wenn die Person, die die Stelle bekommt, auch rumänisch spricht”, sagte Rüdiger von Borcke (SPD) mit Blick auf die Zuwanderer, die in der Berliner Straße untergekommen sind.

Bürgermeister Rainer Prokop pflichtete von Borcke bei der Notwendigkeit bei, und „wenn es zwei Bewerber mit vergleichbaren Qualifikationen gibt, einer davon aber Rumänisch kann, wird das sicher bei der Auswahl eine Rolle spielen, letztlich geht es aber nicht darum, einen Rümänien-Beauftragten anzustellen”, so Prokop. Die neue Kraft solle für alle Zuwanderer da sein. Bei den Neubürgerempfängen seien Fragen gekommen, die die Verwaltung so nicht beantworten könne. Das werde unter anderem die Aufgabe des Bewerbers sein.

Adolf Krause (CDU) regte an, sich die Stelle eventuell mit Nachbarkommunen zu teilen, um die Kosten zu minimieren. Das will Prokop nicht ausschließen, zunächst aber sehen, wie viel Arbeit in Bergen anfällt. Sollte es Kapazitäten geben, könne man darüber reden.

Das Thema der rumänischen Zuwanderer bewegt nicht nur die Politik. Die Bürgerstiftung Bergen hat inzwischen eine Resolution verfasst. „In den vergangenen Monaten sind in der Bevölkerung Bergens zunehmend Ängste und Fragen im Zusammenhang mit der aktuellen Armutszuwanderung in unserer Region aufgetaucht”, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. Diese dürften sich vor dem Hintergrund des zunehmenden Wohnungsleerstandes wegen des Britenabzuges verstärken.

Zuwanderung von Armutsflüchtlingen ohne Sprachkenntnisse, soziale Absicherung und berufliche Perspektive hätten erhebliche Auswirkungen auf das Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem sowie den Arbeits- und Wohnungsmarkt. Um eine Verschärfung zu vermeiden, sieht die Bürgerstiftung Handlungsbedarf.

Der vom Rat beschlossene Integrationsbeauftragte sei aus Sicht der Stiftung ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig sollten klare Kompetenzstrukturen geschaffen werden. Zudem solle der weitere Zuzug von Armutsflüchtlingen vermieden werden, „durch entsprechende Vereinbarungen zwischen den Immobilieneigentümern und der Stadt Bergen”. Die derzeit in Bergen lebenden Zuwanderer sollen durch ehrenamtliche Betreuung bei der Organisation von Sprachkursen, der Vermittlung von Arbeits- und Kindergartenplätzen sowie bei der Unterstützung der Kinder in der Schule integriert werden.

Die Stiftung fordert das Land, den Bund und die EU auf, die Kosten für die Armutsintegration zu erstatten. Sowohl der Deutsche Städtetag als auch die Stadt Bergen hätten positiv auf diese Resolution reagiert.

Von Tore Harmening