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Bergen Stadt Weiter Ärger um Windkraft in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Weiter Ärger um Windkraft in Bergen
20:56 24.02.2015
Im Osten von Nindorf sollen vor dem Windpark auf dem Gebiet der Gemeinde Südheide weitere Windkraftanlage errichtet werden. Quelle: Udo Genth
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Die UMaAG will Windkraftanlagen östlich von Nindorf bauen. 2010 wurde dafür ein Antrag bei der Stadt Bergen gestellt, nachdem die Firma in Celle eine sogenannte Weißflächenanalyse erstellt hatte. Die potenziellen Investoren wurden damals vertröstet mit dem Hinweis, dass auf das Raumordnungsverfahren des Landkreises gewartet werden soll.

Jetzt aber ist die Stadt umgeschwenkt, weil, so die Begründung, zahlreiche Investoren um eine Beschleunigung des Verfahrens gebeten haben, da sich 2017 die Bedingungen ändern. Die Eigentümer der Flächen östlich von Nindorf waren über dieses Vorgehen „verwundert und auch ein Stück weit verärgert, weil im Vorfeld nicht mit ihnen Kontakt aufgenommen wurde”, berichtete Berger.

Mit einiger Zurückhaltung wird auch die Planung auf der westlichen Seite von Nindorf betrachtet, die unter Führung der Reon AG stattfindet und an der sich die Stadt über ihre Entwicklungsgesellschaft SEB beteiligen will. Aus Sicht von Berger wird wohl nur ein Projekt möglich sein. „Zum einen wäre Nindorf sonst eingeschlossen von Windkraftanlagen, zum anderen kommen die beiden Gebiete im Süden zu nah aneinander”, so Berger. Die UMaAG habe bei ihrer Analyse die Flächen im Westen ausgeschlossen, weil es dort zu viele Hindernisse für die Errichtung gegeben hätte. Beispielsweise seien dort Naturschutzgebiete wie das Becklinger Moor. Die Fläche im Osten sei nach den Kriterien des Landkreises leicht geschrumpft, im Wesentlichen aber so wie geplant. Unklar ist allerdings, wie der Kreis die angrenzenden Windkraftanlagen auf Hermannsburger Gebiet im Osten einstuft. Hier gibt es laut Berger noch keine Regelung.

Er betonte noch einmal, dass für das Projekt im Osten von Nindorf ein Beteiligungsmodell für Einwohner der betroffenen Dörfer vorgesehen ist. „Vor einigen Jahren war das kein Thema, aber inzwischen ist allgemein klar, dass es sonst keine Akzeptanz der Bürger gibt”, sagte Berger. In Bergen soll es zunächst für Bürger aus Dohnsen, Nindorf und Hagen möglich sein, Anteil zu zeichnen.”

Sollte die Beteiligung der Stadt Bergen zudem essentiell für die Finanzierung des Parks im Westen sein, müsste vermutlich ein Alternativplan entwickelt werden. Wie es in einer Mitteilung des Innenministeriums heißt, dürfen Kommunen sich nicht an Windkraftanlagen beteiligen, die nur dem Gewinnstreben dienten. Das wäre aber bei diesem Projekt der Fall.

Unterdessen treibt die Stadt Bergen die Planungen voran. Wie Bauamtsleiter Manfred Baltzer sagte, soll in den nächsten Tagen die Potenzialflächenanalyse abgeschlossen sein. Diese ist Voraussetzung dafür, dass das notwendige Umweltgutachten in Auftrag gegeben werden kann. Ob Bergen seine Planungen zu Ende führen kann, ist noch völlig offen. Der Kreis hat bereits angedeutet, dass er von seinem Recht Gebrauch machen will, um das Berger Verfahren zu stoppen.

Von Tore Harmening