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Bergen Stadt Wenig Stimmung bei Rory Ellis und Elizabeth Lee im Stadthaus Bergen
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19:59 08.08.2018
Bild 1: Rory Ellis - Bild 2-4: Elizabeth Leemit ihrer Band Cozmic Mojo - Foto: Hartmut Jakubowsky Quelle: Hartmut Jakubowsky
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Jetzt konnte man an gleicher Stelle den australischen Liedermacher Rory Ellis mit Banjo und Gitarre und die attraktive Texanerin Elizabeth Lee mit ihrer Band Cozmic Mojo erleben, aber nur gut sechzig Leute wollten sie hören. Und so richtig in Stimmung gerieten sie auch nicht. Schade für den veranstaltenden Kulturkreis und seinen Vorsitzenden Heinz-Jürgen Hamann mit seinen engagierten Mitarbeitern. Sehr viel Mühe, ein attraktives und abwechslungsreiches Kulturprogramm für Bergen zusammenzustellen, gibt man sich dort wirklich; aber dieses Mal fehlte vielleicht ein wenig das „glückliche Händchen“. Seinen musikalischen Stil beschreibt Rory Ellis selbst als „Urban Folk“ und meint damit einen Mix aus Country-Klängen, Blues und Folk. Cool und lässig sitzt er auf der Bühne, plaudert in breitem, schwer verständlichem australischem Englisch über sein Leben und die Größe seines Heimatlandes („nach 18 Stunden auf der Landstraße sieht man da Dinge, die man nicht sehen sollte“) und singt mit mächtiger, rauchiger Stimme nicht nur über die „Jesus Lane“ oder so erdige Titel wie das swingende „Waiting for Armaguard“, sondern mit verhaltener Stimme auch melancholische Balladen und ein Liebeslied an seinen alten „65er Pontillac“.

Elizabeth Lee mit ihrer vierköpfigen Band Cozmic Mojo im Anschluss wirkt zwar außerordentlich attraktiv und sympathisch, aber trotz ihrer fast schwarzen, bluesigen Stimme und ihrer musikalischen Philosophie: „I like to live out loud“ gelingt es auch ihr nicht, dem Publikum so richtig einzuheizen. Viele Zuhörer wirken eher unbeteiligt.

Ihre Gesangskarriere begann Lee in einem kleinen Kirchenchor in Pasadena, wo sie zum ersten Mal mit Südstaatenrock, Gospel und Blues in Berührung kam. Davon beeinflusst, schreibt sie ihre Titel zum größten Teil selbst – unkonventionell im musikalischen Stil und geprägt von Rhythm ’n’ Blues. Mit ihrer großen Rock ’n’ Roll-Stimme kommt sie damit in Bergen gut an. Aber mehr auch nicht.

Von Hartmut Jakubowsky