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Bergen Stadt Widerstand gegen Windkraft in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Widerstand gegen Windkraft in Bergen
19:15 16.03.2017
Von Christopher Menge
Mit der Idylle ist es in Roxhüllen bald vorbei – das befürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegenwind“.Gerade einmal 600 Meter hinter ihnen sollen fast 200 Meter hohe Windräder gebaut werden.  Quelle: Christopher Menge
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Die Bürgerinitiative (BI) „Gegenwind“ kritisiert aber nicht nur, dass für Roxhüllen ein anderer Mindestabstand gilt, sondern wundert sich auch, dass die geplanten Windräder näher als 1000 Meter am Hofgrundstück Hagen 1-3 dranstehen dürfen. Wurde hier die Ortsgrenze verschoben? Dem widerspricht der Pressesprecher des Landkreises. „Die Ortsgrenze wurde im Rahmen der Neuaufstellung des RROP nicht verändert“, betont Holger Harms. Er verweist auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 1968, das die Abgrenzung in Innen- und Außenbereich regelt. „Diese Abgrenzung erfolgte im Rahmen der Aufstellung des RROP in Abstimmung mit der Bauaufsicht hier im Hause“, so Harms. „Das Hofgrundstück in Hagen ist dabei dem Außenbereich zuzurechnen.“ – Der Mindestabstand von 1000 Metern gilt hier daher nicht.

Befriedigend ist diese Antwort für Roxhüllener nicht. „Der Hof gehört schon immer zu Hagen – warum ist er jetzt plötzlich Außenbereich?“, fragt sich Penk. Etwa, weil es hier schon potenzielle Investoren gibt? Bergens Bürgermeister Rainer Prokop bestätigt auf CZ-Anfrage, dass es einen Antrag eines Investors für das Gebiet zwischen Nindorf und Roxhüllen gibt. Ein Investor sei zudem daran interessiert, zwischen Offen und Belsen Windräder zu installieren. „Bei der Stadt Bergen sind zwei Anträge von interessierten Investoren und auch mehrerer Bürger eingegangen, dass auch die Stadt Bergen ihr Verfahren zur Änderung ihres Flächennutzungsplanes hinsichtlich der Windenergiekonzeption wieder aufnehmen soll“, schreibt Prokop auf der Homepage der Stadt Bergen. „Wir werden jetzt die Vorstellungen des Landkreises Celle mit denen der Stadt Bergen abgleichen und dann die politischen Gremien einschalten.“

Die Pläne des Landkreises gehen jetzt erstmal in die öffentliche Auslegung. Die öffentliche Bekanntmachung hierzu soll laut Harms voraussichtlich am Dienstag, 21. März, im Amtsblatt des Landkreises Celle und in der Celleschen Zeitung erfolgen. Ab 3. April sind die Pläne dann im Internet und bei der Kreisverwaltung einsehbar. „Jeder kann Belange vorbringen, die dann im Rahmen der Abwägung und Entscheidung über den Beschluss des RROP zu berücksichtigen sind“, sagt Harms.

Die Bürgerinitiative Gegenwind wird dann sicherlich auch die „Umzingelung von Siddernhausen“ kritisieren. „Durch die geplanten neuen Vorranggebiete östlich von Nindorf und Hagen und die geplante Übernahme der fünf vorhandenen Windkraftanlagen nordöstlich von Siddernhausen wäre es zu einer Umfassung im Sinne der gutachterlichen Betrachtung gekommen“, sagt Harms. „Drei der fünf Windkraftanlagen werden daher nicht als Bestandsanlagen übernommen. Durch dieses ,Wegplanen‘ der Anlagen wird Siddernhausen nicht mehr umzingelt, wenn die Altanlagen abgebaut werden.“ Aus Sicht der BI werden hier die Grundlagen des Gutachtens ausgehebelt. „Wann werden die Anlagen abgebaut – in 20, in 30 Jahren?“, fragt Jürgen Patzelt von der BI.