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Bergen Stadt Wie groß ist Bergens Drogenproblem?
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Wie groß ist Bergens Drogenproblem?
21:15 03.08.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Daniel Karmann
Bergen Stadt

"Das hat mich sehr geschockt – ich war danach traurig, fix und fertig", sagt der Pastor, der den Jugendlichen selbst kennt. "Vor einem Jahr war alles okay. Er wollte gerade eine Ausbildung beginnen." Winkelmann hat die Begegnung so beschäftigt, dass er das Thema auch beim Schützenkommers am vergangenen Sonntag im Festzelt angesprochen hat. "Passt auf unsere jungen Menschen auf", sagte er in Richtung der Schützen, die seine Worte mit Applaus bedachten.

Das Drogenproblem des Enkels also kein trauriger Einzelfall? So sieht es aus. Berger Anwohner berichten immer wieder von "dunklen Gestalten", die sich insbesondere abends beispielsweise an der Kapelle am Friedhof oder in der Nähe einer Bar an der Römstedtstraße bewegen. Andere erzählen, dass auf dem Parkplatz an der Heisterkamp-Sporthalle mitten in der Nacht teure Autos vorfahren, Männer steigen aus und tauschen etwas aus.

"Wir haben in Bergen einen leichten Anstieg bei den Drogendelikten", sagt die Pressesprecherin der Celler Polizei Anne Hasselmann. "Wir werden das jetzt analysieren und dann entsprechende Maßnahmen treffen." Besorgniserregend seien die Zahlen zwar nicht., aber: "Bei der Drogenkriminalität gibt es allgemein ein großes Dunkelfeld", sagt Hasselmann.

Deutschlandweit starben im vergangenen Jahr 1033 Menschen an ihrem Drogenkonsum – ein Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Aus Gesprächen mit der Polizei weiß auch Bergens Bürgermeister Rainer Prokop, dass es das "Thema Drogen im Verdeckten gibt". "Im Vergleich zu anderen Gemeinden ist das Thema in Bergen aber nicht besonders auffällig." Er wolle dennoch das Gespräch mit dem neuen Leiter des Polizeikommissariats Bergen suchen, sobald dieser im Amt ist.

Winkelmann ist es wichtig, dass das Problem Drogen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird. "Wir müssen darüber reden – mit den Konfirmanden, mit den Auszubildenden und den Nachbarn", betont Winkelmann. "Wir brauchen einen gesellschaftlichen Aufschrei, damit die jungen Leute Nein sagen." Man dürfe es beispielsweise nicht zulassen, dass Joints auf offener Straße geraucht werden.