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Bergen Stadt "Wir haben wieder junge Familien im Ort"
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt "Wir haben wieder junge Familien im Ort"
16:36 28.09.2018
Quelle: Kirsten Glatzer
Wardböhmen

WARDBÖHMEN. Morgens um halb zehn in Wardböhmen ist im ersten Moment nicht viel mehr zu hören und zu sehen als die Fahrzeuge, die den 350-Seelen-Ort an der Bundesstraße 3 auf ihrem Weg Richtung Soltau oder von der Autobahn kommend durchqueren. Doch links von der Hauptverkehrsstraße Richtung Funktturm tut sich was. Uli Busch hat Urlaub und nutzt die freie Zeit, um die Hecke zu stutzen, die entlang seines Grundstücks wächst. Ansonsten sei sein Lieblingsplatz hier zu Hause der Balkon, erklärt er: „Von dort habe ich einen tollen Ausblick in die Feldmark und auf den Fernsehturm.“ In den letzten Tagen sei zwar massiver Schießlärm vom Truppenübungsplatz Bergen zu hören gewesen, verbunden mit Staub- und Geruchsbelästigung. „Aber das gehört dazu, wenn man hier lebt“, stellt er fest, „und es kommt ja auch nicht allzu oft vor.“

Uli Busch ist Wardböhmener von kleinauf und aus vollem Herzen: „Ich komme aus Wardböhmen, bin noch immer in Wardböhmen und werde bis zum Schluss hier in Wardböhmen bleiben“, betont er. Das hat der stellvertretende Ortsbürgermeister bei einer Bürgermeisterversammlung der Stadt Bergen auch schon mal die anderen Teilnehmer wissen lassen. Obwohl er eigentlich aus der freien Wirtschaft kommt, habe er sich in der Kommunalverwaltung zur Wahl gestellt, erklärt er. „Man kann nicht immer nur schimpfen, sondern muss auch mal was machen.“ Wenngleich die Verwaltungsmühlen manchmal quälend langsam mahlen, wie er immer wieder zähneknirschend feststellen muss.

Auf der anderen Seite der Bundesstraße lebt Floristikmeisterin Dagmar Urbanski, die ebenfalls in Wardböhmen aufgewachsen ist. Sie hat zwischendurch auch einige Jahre in der Nähe von Hannover gewohnt und gearbeitet, kehrte aber irgendwann mit ihrem Ehemann zurück auf den Hof ihrer Eltern, die die Landwirtschaft aufgegeben hatten, und machte sich einige Jahre darauf selbstständig. Das ist jetzt fast 15 Jahre her und sie ist sehr glücklich mit dieser Lösung. „Es war schwierig, als Floristikmeisterin eine Anstellung zu finden. Was lag da näher, als sich selbstständig zu machen?“ Der Hof und der Laden machen natürlich viel Arbeit, „aber das ist mein Leben, das ist Heimat“, sagt sie.

Sie erzählt auch, dass es viele junge Leute gibt, die hier ihren Ursprung haben und die nun zurückkommen und neu bauen. Lange Zeit sei es ein Problem gewesen, dass rundherum keine Bauplätze verkauft wurden, aber inzwischen sind im Norden von Wardböhmen schon einige Neubauten entstanden. „Somit haben wir jetzt wieder junge Familien im Ort. Das ist sehr schön“, freut sich Dagmar Urbanski über diese Entwicklung. „Es gibt aber auch Zugereiste, die sich hier ein Haus gekauft haben und sehr wohlfühlen.“

Auf dem Hof nebenan tollen junge Katzen umher. Außer den Vierbeinern leben hier drei Generationen unter einem Dach: Heinrich Kohrs mit Ehefrau Marlene sowie Tochter Andrea mit Mann und Kind. Heinrich Kohrs trägt seit fast zehn Jahren die Cellesche Zeitung im Ort aus. Zu dieser Beschäftigung sei er durch einen Zufall gekommen, schildert er jenen Tag, an dem sich die damalige Austrägerin während ihrer Runde bei einem Sturz den Arm brach und er nicht nur Erste Hilfe leistete, sondern in der Folge auch den Austrägerjob übernahm. Als Heinrich Kohrs die Frage nach seinem Namen beantwortet, betont er: „Kohrs mit K – ein echter Kohrs wird mit K geschrieben.“ In Wardböhmen sei das ein weit verbreiteter Name. Und Tochter Andrea ergänzt: „Wenn wir früher als Kinder mal Ärger hatten und man uns nach unserem Namen fragte, haben wir gesagt. ,Wir heißen Kohrs. Rufen Sie einfach bei uns zu Hause an, wir stehen im Telefonbuch.‘ Damals gab es aber 23 Kohrs in Wardböhmen“, fügt sie lachend hinzu.

Allgegenwärtig im Dorfbild ist der Fernsehturm, den man von fast jedem Standort aus erspähen kann, aber die echten Stars hier in Wardböhmen sind die Einwohner, die sich keinen schöneren Lebensmittelpunkt vorstellen können. Einige von ihnen sind auch Stammgäste im „Imbiss am Funkturm“. „Die machen aus unserem Laden manches Mal ein Klein Büttenwarder“, erklärt Jutta Putfarken, die Mutter der Imbissbesitzerin, schmunzelnd.

Von Kirsten Glatzer

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