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Bergen Stadt Wissensreise in den Hühnerstall
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Wissensreise in den Hühnerstall
21:50 03.08.2018
Geflügelzüchter Dieter Sobczak zeigt den Kindern, wie man ein entzündetes Auge bei einem Huhn behandelt. Er erklärt ihnen auch, dass man an einer rauen, faltigen Eierschale erkennt, dass ein Huhn erkältet ist. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Die ersten Fragen wurden schon in seinem kleinen Museum anschaulich beantwortet: „36 Hühnereier passen in ein Straußenei“, sagte Sobczak und hielt zwei entsprechende Eier zum Vergleich nebeneinander in den Händen. Zur Beantwortung der zweiten Frage verwies er auf Fotos und ausgestopfte Exemplare von Raubvögeln, Füchsen, Mardern und anderen Raubtieren, bei denen frisches Geflügel ganz oben auf der Speisekarte steht.

Aber auch Informationen, die bisher kaum bekannt waren, hielt Sobczak bereit. Zum Beispiel, dass man an einer rauen, faltigen, verschrumpften Eierschale erkennt, dass ein Huhn erkältet ist. Interessiert betrachteten seine kleinen Gäste das herumgereichte Exemplar einer solchen Eierschale. Und da Sobczyk als Züchter natürlich auch an Ausstellungen teilnimmt, verriet er, dass er bei seinen weißen Hühnern das Gefieder vor einer solchen Ausstellung mit Gardinenweiß wäscht, damit sie einen besonders guten Eindruck auf die Jury machen. Danach präsentierte er ihnen unterschiedliche Generationen von Brutmaschinen. Wichtig sei, so veranschaulichte er, dass die Eier in den 18 Tagen, die die Küken darin verbringen, mindestens dreimal täglich gedreht werden, damit die Küken nicht darin festkleben oder gar ertrinken.

Nach soviel Theorie drängte es die Kinder allmählich nach draußen auf die Anlage. Fünf Rassen mit rund 50 Hähnen und 200 Hennen verteilen sich dort in separaten, aber durchgängigen, auch nach oben geschützten Drahtvolieren. „Der Fuchs ist genau so schlau, wie man es ihm nachsagt“, erklärte Sobczyk und erläuterte die Schutzmaßnahmen. „Auch der Hahn gehört dazu“, erzählte er, „der greift auch einen Fuchs an, um seine Hennen zu schützen.“

Zum Glück regnete es nicht, und so konnten sich die Kinder unbeschwert umsehen. Auch auf der „Krankenstation“, wo Sobczyk ihnen zeigte, wie man bei Hühnern ein krankes Auge behandelt. Und während es hier noch beim Zuschauen blieb, durften die Kinder an der nächsten Station auch einmal anfassen: Sobczyk präsentierte ihnen einen etwa zwei Monate jungen „Wyandotten“-Hahn, der sich sichtlich erfreut über den Kopf streicheln ließ. Die Rasse stammt aus Amerika und ist nach einem Indianerstamm aus dem Bundesstaat Michigan benannt. Voller neuer Eindrücke bedienten sich die jungen Gäste am Ende noch an kühler Limonade und tauschten ihre Erfahrungen aus. „Alles war toll, ich war schon im letzten Jahr hier“, sagte der 10-jährige Silas. „Und nächstes Jahr komme ich wieder.“

Von Rolf-Dieter Diehl