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Lohheide Amerikanische Streitkräfte nach Bergen?
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Amerikanische Streitkräfte nach Bergen?
15:44 03.03.2017
Von Christopher Menge
Der Celler CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte (rechts) macht sich bei General Ben Hodges für den Standort Bergen stark.
Lohheide

„Auch wenn es sich um Vorüberlegungen handelt, müssen wir jetzt diese Strategieüberlegungen konstruktiv begleiten. Mein Ziel ist es, für die Vorteile dieser Region weiter zu werben“, sagt der Berger Bundestagsabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Henning Otte, der im engen Kontakt mit den amerikanischen Streitkräften und dem Verteidigungsministerium in Berlin steht.

Hintergrund der amerikanischen Überlegungen ist die aggressive Außenpolitik Russlands. Die Nato hat daher beschlossen, ihre Fähigkeiten zur Abschreckung an der Nato-Ostflanke zu stärken. Da aber seit 1997 die Selbstverpflichtung besteht, keine „zusätzlichen substantiellen Nato-Kampftruppen“ permanent in den neuen Mitgliedsstaaten der Nato zu stationieren, bietet sich eine dauerhafte Stationierung – beispielsweise einer gepanzerten US-Brigade mit etwa 4000 Soldaten – in Deutschland an.

„Ich setze mich aktuell dafür ein, insbesondere die Region um den Nato-Truppenübungsplatz Bergen in Betracht zu ziehen“, so Otte. Mit dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, General Ben Hodges, stehe er diesbezüglich seit Längerem in engem Austausch. „Es ist gut, dass es mit der Stationierung des Panzerbataillons 414 als deutsch-niederländischem Herzstück gelungen ist, den Grundstein für eine militärische Nutzung der Liegenschaft zu legen“, sagt Otte. Das gesamte Umfeld des Truppenübungsplatzes biete zudem hervorragende Möglichkeiten für die Stationierung von US-Streitkräften – auch weil Wohn- und Lebensmöglichkeiten für die Familien der Soldaten bestehen würden.

Die Planungen dürften allerdings maßgeblich von einer möglichen Steigerung des Verteidigungshaushaltes abhängen, die die neue US-Regierung um Präsident Donald Trump in Aussicht gestellt hat. Geplant ist eine Erhöhung um 54 Milliarden Dollar (rund 51 Milliarden Euro). Die neue US-Führung hat sich zudem noch nicht auf eine klare außenpolitische Strategie festgelegt.

Der Standort Bergen mit dem anliegenden Truppenübungsplatz wird derzeit von 700 deutschen und 100 niederländischen Soldaten sowie 650 Zivilangestellten genutzt. Auf dem Nato-Übungsplatz üben vor allem Briten, Niederländer und Kanadier. Otte geht davon aus, dass die Amerikaner den Übungsplatz eher als „Organisationsdrehscheiben und weniger für militärisches Training nutzen würden“.

Der angeschobene Konversionsprozess, der vorsieht, dass sich die westliche Seite des Übungsplatzes eher für die Wirtschaft und der östliche Teil in Bergen für eine militärische Nutzung anbieten, stehe den Plänen der Amerikaner nicht im Wege.