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Lohheide Bartagamen erobern Nicole Koronas Herz
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Bartagamen erobern Nicole Koronas Herz
14:35 07.03.2012
Bartagamen und Nicole Korona Quelle: Amelie Thiemann
Hasselhorst

„Ich habe die Bartagamen kennen und lieben gelernt“, sagt Nicole Korona und zeigt auf ihre außergewöhnlichen Haustiere. Die drei Echsen räkeln sich auf einem großen Stein und den dicken Ästen im großzügigen Terrarium mit Sandboden. Drei Lampen sorgen für Licht und Wärme, zusätzlich regen sie die Vitaminproduktion der Tiere an.

Die 22-jährige Hasselhorsterin weiß, was ihren Zöglingen schmeckt: „Am liebsten essen sie Heimchen, Heuschrecken und tote Mehlwürmer.“ Das genießen die Bartagamen allerdings nur ab und zu, damit sie nicht verfetten. Für die tägliche Mahlzeit steht im Terrarium ein Tonschälchen mit Karottenstücken.

Das Wissen über Reptilien hat sich Nicole in Ratgebern und Internetforen angelesen, auch ihre Cousine half bei Fragen. „Durch meine Cousine und ihren Freund bin ich erst auf die Tiere gekommen, die beiden hatten nämlich Bartagamen“, erzählt die Reptilienliebhaberin. Für Nicole stand bald fest: Die möchte ich auch.

Im Sommer 2010 zog Bartagamenmännchen Barti ins neue Zuhause. Dafür hatte Nicole extra ein großzügiges Terrarium gebaut, das nun in ihrem Zimmer steht. Korkwände speichern die Wärme des Terrariums, die großen Glasschiebetüren ermöglichen das Beobachten der Echsen. „Barti war anfangs eher gereizt und aggressiv, er fauchte und ließ sich kaum anfassen“, erinnert sich die 22-Jährige, die in Celle eine Ausbildung zur Hörgeräteakustikerin macht.

Nachdem das weibliche Geschwisterpaar, von Nicole nur „Babies“ genannt, im September 2011 einzog, war Barti wie verwandelt. Er ist nun der Herr im Haus und betreibt mit den Weibchen Paarungstanz, auch wenn die noch gar nicht geschlechtsreif sind. Barti ist endlich ausgeglichen und lässt sich problemlos auf die Hand nehmen. Seine klaren Augen schauen suchend umher, das verfressene Schuppentier lauert auf Beute. Die gelb-grünen Schuppen schimmern im Licht, die kurzen Stachel an den Kopfseiten sind entgegen ihres Aussehens weich und beweglich. Die Bartagame ähnelt einem Leguan, nur im Miniformat.

Die kleinen Echsen stammen ursprünglich aus Australien. Eine artgerechte Haltung ist aufwendig und mit Kosten verbunden. „Die UV-Lampe ist sehr teuer, aber wichtig, damit sich die Knochen nicht verformen“, erläutert Nicole. Mit den drei Lampen simuliert sie den Tages- und Nachtrhythmus, ungefähr zwölf Stunden am Tag ist es im Terrarium hell. „Im Monat habe ich ungefähr zehn bis 15 Euro Stromkosten.“

Den wechselwarmen Tieren gefällt ihre kleine Wellnessoase. Sie sonnen sich im künstlichen Licht, nehmen die Wärme in sich auf. Wenn ihre Besitzerin die Glastür öffnet, um ihnen als Leckerli Heimchen zu servieren, bewegen sich die australischen Echsen blitzschnell. Sie huschen von Stein und Ästen herunter, fangen die Heimchen mit ihrer klebrigen Zunge und zermahlen sie mit den Kieferplatten ihr proteinreiches Futter. Fast sieht es so aus, als würden die Bartagamen zufrieden lächeln.

Amelie Thiemann

Von Amelie Thiemann