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Lohheide Bergen-Belsen: "Hitlerjunge Salomon" mahnt zur Wachsamkeit
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Bergen-Belsen: "Hitlerjunge Salomon" mahnt zur Wachsamkeit
20:54 08.05.2015
    Gedenkveranstaltung der IG Metall in Bergen-Belsen Quelle: Alex Sorokin
Lohheide

Perel, der sich in der Nazi-Zeit als Hitler-Junge tarnte und durch den Film „Hitlerjunge Salomon“ weltberühmt wurde, forderte, dass das Gedenken an die Opfer nie aufhören dürfe – nicht wegen der Vergangenheit, sondern damit in Zukunft so etwas nicht mehr passiert.

Der Holländer Michael Gelber, der das KZ Bergen-Belsen überlebt hat, berichtete aus dem Lager. Eindringlich beschrieb er das Grauen und seine Probleme, später mit Deutschen zu kommunizieren. Doch er erkannte irgendwann eine „Trendwende und man kann heute sagen, dass die Deutschen fast das einzige Volk in Europa sind, das etwas von der Kriegserfahrung gelernt hat“, so Gelber bei der Veranstaltung, die durch die IG Metall organisiert worden war.

Hartmut Meine, IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, erinnerte allerdings daran, dass diese Erkenntnis sehr lange gedauert habe. Vor dem Hintergrund antisemitischer, rechtsextremer und ausländerfeindlicher Tendenzen betonte auch Meine, dass die Gesellschaft nicht ausschließlich in der Erinnerung verharren dürfe. „Vergangenheit und Gegenwart gehören zusammen. Der Holocaust verpflichtet zur ständigen Wachsamkeit gegenüber rechtsextremistischen und ausländerfeindlichen Haltungen und Gruppierungen.“

Das Erinnern dürfe nicht zu einem Ritual älterer Menschen werden, so Meine. Vor allem der jungen Generation müsse im Rahmen der politischen Bildung vermittelt werden, dass demokratische Teilhabe aktiv gestaltet und gegenüber autoritären Kräften verteidigt werden muss. „Dazu gehört neben den Prinzipien der parlamentarischen Demokratie auch der Sozialstaat, die Tarifautonomie und die Mitbestimmung im Betrieb.“ Auch Gewerkschaftler seien damals Opfer der Nazis geworden.

Von Kai Knoche