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Lohheide Der Übungsplatz bleibt bestehen
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Der Übungsplatz bleibt bestehen
17:34 27.09.2013
Oberst Gerd Ahrens zusammen mit seinem Nachfolger Oberstleutnant Jörg Wiederhold vor der Kommandantur im Lager Hohne. Quelle: Tore Harmening
Lohheide

Es ist eine spannende Zeit, in der er das Kommando über den Truppenübungsplatz Bergen übernimmt. So sieht es Jörg Wiederhold. Der 49-Jährige ist seit gestern Kommandant und damit Nachfolger von Gerd Ahrens, der an seinem 61. Geburtstag mit einem Übergabeappell in den Ruhestand verabschiedet wurde.

„Das Nutzerprofil ändert sich. Die Bedarfe der Truppen sind anders und es müssen neue Konzepte erarbeitet werden”, sagt Wiederhold in einem Gespräch mit Gerd Ahrens und der CZ kurz vor der Übergabe. Die Panzertruppen seien seit der Wende 1989 auf gut zehn Prozent reduziert worden, die leichteren Einheiten nehmen zu.

Das bedeute andere Übungsszenarien für die Soldaten. „Es bedeutet aber nicht, dass wir weniger Fläche brauchen, denn die Übungen sind wesentlich breiter angelegt”, so der neue Kommandant. Waren die Schießbahnen früher voll belegt mit Einheiten, die Schussübungen zur Verteidigung machten, gibt es heute viel mehr komplexe Szenarien, die zum Beispiel auch Gegenangriffe beinhalten.

Das hat auch Konsequenzen für die Schießbahnen. Teilweise werden einige zusammengelegt, die Außenfeuerstellen wurden in den vergangenen Jahren erst von 35 auf 20 und jetzt auf noch zehn reduziert. „Die Feuerstellen waren mit Einführung der neuen Panzerhaubitze 2000 teilweise nicht mehr benutzbar, weil sie zu klein sind. Außerdem passten sie nicht mehr in unser Konzept des Lärmmanagements”, sagte Ahrens. Es werde ständig überprüft, ob solche Anlagen noch weiter betrieben werden, schon alleine aus Kostengründen.

Ein wichtiges Feld für den neuen Kommandanten ist der Zielbau. Hier sei man in den vergangenen Jahren nicht vorangekommen. „Ich habe Verständnis, dass es andere Projekte wie einsatzwichtiges Gerät gibt. Das darf aber nicht dazu führen, dass der Zielbau über Jahrzehnte nahezu vollkommen vernachlässigt wird und wir mittlerweile einen erheblichen Investitionsstau haben”, so Ahrens. Er sei von großer Bedeutung für die Ausbildung der Soldaten.

Ahrens und sein Nachfolger sind sich einig, dass die Truppenübungsplätze Munster und Bergen für die Bundeswehr und die Nato-Streitkräfte weiter von zentraler Bedeutung sein werden. Alle Überlegungen, zum Beispiel aus dem Truppenübungsplatz ein Biosphärenreservat zu machen, seien daher völlig abwegig. „Viele glauben, dass die Briten diesen Platz betreiben und er mit dem Abzug frei ist. Tatsächlich ist es aber ein Platz der Bundeswehr. Der Anteil der britischen Streitkräfte am Übungsbetrieb macht unter zehn Prozent aus”, sagte Ahrens.

Diese Ausfälle wären gut kompensierbar. Vielleicht werden die Briten aber ja auch weiter dort üben. „Ich weiß nicht, was sie vorhaben, aber aus den Gesprächen entnehme ich, dass Bergen weiter eine wichtige Rolle in den Überlegungen spielt”, so Ahrens. Die Entscheidung sei für Ende des Jahres angekündigt.

General Peter Braunstein lobte Ahrens im Übergabeappell als „richtigen Mann am richtigen Platz", seinem Nachfolger Wiederhold bescheinigte er „gut vorbereitet in die Aufgabe zu gehen”. Wiederhold kennt sich bereits gut aus. Er war bisher Kommandant des Übungsplatzes Klietz und zuvor Referent für die Übungsplätze im Verteidigungsministerium. Tore Harmening

Von Tore Harmening