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Lohheide Ehemalige Flüchtlinge erzählen
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Ehemalige Flüchtlinge erzählen
17:07 20.05.2011
Von Christoph Zimmer
erzählcafe bergen-hohne Quelle: nicht zugewiesen
Lohheide

Gemeinsam mit anderen ehemaligen Bewohnern wird er am morgigen Sonntag um 15 Uhr in der Cafeteria des Dokumentationszentrums Bergen-Belsen den Interessierten von seinen Erinnerungen und Erlebnissen berichten. Die Baracken waren in keinem guten Zustand, was den Alltag der nach dem Krieg vielfach völlig mittellosen Flüchtlinge noch einmal erheblich erschwerte. Ein Elendslager. Was den Flüchtlingen ein wenig Hoffnung machte war die Aussicht, unter anderem in der nahe gelegenen britischen Kaserne eine Arbeit zu finden. Als sich nach und nach verschiedene Handwerksbetriebe, ein Geschäft und auch eine Gaststätte ansiedelten, wurde das Leben in Neu-Hohne abwechslungsreicher und erträglicher. Viele der Bewohner waren Kinder, wie Ludwig Weber. „Das Gelände des ehemaligen Lagers war für uns beinahe wie ein Spielplatz“, erinnert er sich an die unbeschwerlichen Augenblicke im Flüchtlingslager, ihm hatte es vor allem die alte Kläranlage angetan. „Das war ein ganz spannendes Gebiet.“ Aber auch die Hinterlassenschaften des Krieges waren für sie von großer Bedeutung, die Munition wurde als Spielzeug benutzt, die Bombentrichter im Winter als Rodelbahn. In der Nachkriegszeit war Neu-Hohne das größte Flüchtlingslager im Landkreis. Die Wohnungen waren knapp, also wurden auch die Baracken des Verwaltungsbereichs und des Vorlagers des ehemaligen Konzentrationslagers genutzt. Ab 1946 wurden in den Baracken deutsche Flüchtlinge und Vertriebene in Neu-Hohne untergebracht. Der Name geht auf die Verbindung zu Hohne zurück. Das Dorf musste auf britischen Befehl geräumt werden, deren Bewohner wurden in das Flüchtlingslager umgesiedelt. Die Baracken wurden 1953 versteigert. Nachdem die Einwohner das Flüchtlingslager verlassen hatten wurde es aufgelöst. Allerdings konnten nicht viele Familien im Landkreis untergebracht werden, sie zogen in Industriestandorte wie Hannover, Salzgitter oder Wolfsburg. Einige der Familien, die hier geblieben sind, haben im nahe gelegenen Hasselhorst eine neue Heimat gefunden und Siedlungshäuser gebaut.