Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lohheide Einwohnerversammlung: Dezernent schuld an Schulschließung
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Einwohnerversammlung: Dezernent schuld an Schulschließung
18:04 19.08.2010
Mit ernsten Mienen zogen die Mitglieder der Einwohnerversammlung ein ernüchterndes Fazit. Quelle: Udo Genth
Lohheide

Zehn Zuhörer, meist älteren Jahrgangs, hatten sich zu der kurzfristig angesetzten Einwohnerversammlung eingefunden. Sie hörten zunächst eine Stellungnahme von Hillrich Köster. Lohheides Bezirksvorsteher berichtete, wie es seiner Ansicht nach zur Schließung der örtlichen Grundschule kam. Dabei zitierte er oftmals den Bericht der Celleschen Zeitung vom gleichen Tage. „So ist es“, konstatierte Köster.

Dann zeichnete er die Entwicklung nach. Ende Mai seien es nur noch 23 Kinder gewesen, die die Schule besuchten. Nachdem eine angestrebte Kooperation mit der Bergener Hinrich-Wolff-Schule gescheitert war, hatte ihm der zuständige Dezernent der Landesschulbehörde Bodo Theel noch im Juni den Erhalt des Unterrichtes garantiert. Dann allerdings habe sich eine Entwicklung beschleunigt die zu einem drastischen Absinken der Schülerzahl geführt habe. Daraufhin habe Theel am 28. Juni die Lohheider informiert, dass das Verfahren zur Abwicklung der Schule eingeleitet und bis zum 31. Januar 2011 abgeschlossen sein werde.

Dem Dezernenten in der Außenstelle Celle des Landesschulamts, Bodo Theel, wurde während der anschließenden Diskussion von mehreren Einwohnervertretern eine persönliche Schuld angelastet. Er habe verzögernd informiert sowie durch wechselnde Aussagen die Eltern verunsichert und letztlich die Schließung der Lohheider Grundschule unvermeidlich gemacht. „Theel hat nicht menschlich gedacht“, lautete ein zusammenfassender Vorwurf, der mehrfach in ähnlicher Form wiederholt wurde. Lediglich Dirk Ahrens gab zu bedenken, dass auch Eltern eine Mitschuld trügen.

Bezirksvorsteher Köster bezeichnete die Schließung der Grundschule als herben Schlag für den Ort. Er informierte über die bittere Tatsache, dass gemäß Schulgesetz die Gemeinde nun verpflichtet sei, selbst den Antrag auf Auflösung der Schule zu beantragen. Kai Müller schloss sich Kösters Beurteilung an und meinte, die Schulschließung könnten sich in der Folge auf den Kindergarten und die Kirche auswirken.

Rolf Neubauer nutzte die Fragemöglichkeit der Zuhörer für eine Anregung. Die Einwohnerversammlung solle ein ungeschminktes Fazit ziehen und es der Landesschulbehörde übermitteln. „Damit es nicht anderen Gemeinden ähnlich ergeht“, begründete Neubauer seinen Vorschlag. „Genau das haben wir vor zu tun“, beschied Vorsitzender Jens Gadomski und stellte fest, dass Lohheide die gesamte Angelegenheit noch nicht ad acta legen werde.

Von Udo Genth