Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lohheide Führung zu baulichen Überresten in Gedenkstätte Bergen-Belsen: "Muss furchtbar gewesen sein"
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Führung zu baulichen Überresten in Gedenkstätte Bergen-Belsen: "Muss furchtbar gewesen sein"
18:08 10.09.2017
Von Christopher Menge
Archäologin Julianne Hummel (links) erklärt Besucher Günter Straube mit einem Foto die baulichen Überreste des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Quelle: Christopher Menge
Lohheide

Deutlich wird das an zwei Tafeln. Die eine zeigt, wie das Konzentrationslager im September 1944 aussah und die andere bildet die heutige Gedenkstätte ab. "Der Teil, in dem es noch Baureste gibt, kam erst vor einigen Jahren dazu", sagte Hummel. "Viel ist nicht mehr zu sehen, da die meisten Baracken aus Holz waren." Teilweise wurden sie von den Briten nach der Befreiung niedergebrannt.

"Es muss furchtbar gewesen sein", erzählte Hummel. "Ab Dezember 1944 kamen hunderte Transporte mit 82.000 Menschen aus Auschwitz, die in die Baracken gepfercht wurden." Die SS sei aus Angst vor Seuchen gar nicht mehr in das Lager gegangen. "Als die Briten 1945 kamen, fanden sie überall Leichen – die Bilder von den Massengräbern gingen um die Welt", sagte Hummel.

Ein Landschaftsbauer hat versucht, mit Schneisen zu verdeutlichen, wo die Baracken und die anderen Gebäude einst standen. "Aber das Gelände ist zu groß, um es im Sinne eines Freilichtmuseums gärtnerisch zu pflegen", sagte Hummel. So brauchen die Besucher die Informationen und Fotos auf Stelen, um zu erfahren, was damals im KZ Bergen-Belsen passierte: "Kaum einer der in Baracke 10 Untergebrachten überlebte." (me)