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Lohheide Gedenken an Völkermord an Sinti und Roma in Bergen-Belsen
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Gedenken an Völkermord an Sinti und Roma in Bergen-Belsen
17:10 01.03.2018
Völkermord an Sinti und Roma: Mit diesem Bild wurde 1979 zu einer Kundgebung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen aufgerufen. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Lohheide

Vor 75 Jahren, im März 1943, deportierte die Polizei über 20.000 Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Auch auf dem Gebiet des heutigen Landes Niedersachsen trieben die Kriminalpolizei und die Gestapo im März 1943 Sinti und Roma an Bahnhöfen zusammen und pferchten sie in Transportzüge nach Auschwitz. Einer der größten Transporte verließ am 3. März 1943 die Städte Hannover und Braunschweig. Fast alle Häftlinge des „Zigeuner-Familienlagers" in Auschwitz-Birkenau wurden von der SS in den Gaskammern ermordet oder starben an den Folgen von Zwangsarbeit und Hunger.

Für die Fahrt zur Gedenkstätte steht ab Celle ein kostenloser Shuttle-Service zur Verfügung. Der Bus fährt um 10.05 Uhr am Bahnhof Celle ab und hält um 10.30 Uhr an der Celler Straße in Winsen. Die Rückfahrt ist für 14.30 Uhr an der Gedenkstätte geplant, die Ankunft in Celle für 15.05 Uhr. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen hat zudem eine Broschüre zur Häftlingsgruppe der Sinti und Roma veröffentlicht.

Von CZ

Bevor der niedersächsische Landtag am Dienstag über die Änderung des Gesetzes der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten abstimmt, hat sich der Geschäftsführer der Stiftung, Jens-Christian Wagner, bei den Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für ihre Initiative bedankt. "Sie zeigen damit demokratische Verantwortung und schützen den erinnerungskulturellen Auftrag der Stiftung", sagte Wagner. Der Entwurf sieht vor, dass die Zahl der Abgeordneten, die der Landtag in den Stiftungsrat entsendet, auf vier begrenzt wird. Hintergrund ist, dass verhindert werden soll, dass die AfD einen Sitz in dem Gremium erhält.

Christopher Menge 27.02.2018

Wie können aus "normalen" Menschen Täter werden? Dieser Frage geht der Historiker Jakob Saß nach, der sich mit der Biografie des KZ-Kommandanten Adolf Haas beschäftigt. "Mein Projekt liegt mir nicht nur aus reinem Forschungsinteresse am Herzen, sondern auch aus gegebenen politischen und gesellschaftlichen Anlässen", sagt Saß, der gerade das erste umfangreiche Buch über diesen von der Forschung vernachlässigten Täter, seine „Karriere“ bei der SS und seine kuriose Kunstaffinität schreibt. Ende 2018 soll es im Berliner Vergangenheitsverlag erscheinen. Dafür haben sein Verleger Alexander Schug und Saß eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen.

Christopher Menge 31.01.2018

Es ist ein hoch emotionales Thema, mit dem sich die Gedenkstätte Bergen-Belsen in diesem Jahr beschäftigt. Am 15. April werden 20 Menschen das ehemalige Konzentrationslager besuchen, aus dem sie als Kinder befreit wurden. Eröffnet wird dann die Sonderausstellung "Kinder im KZ Bergen-Belsen". "Das Thema war bisher unterrepräsentiert, erstmals gibt es überhaupt eine Ausstellung dazu", sagt Jens-Christian Wagner. Der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten erwartet daher ein hohes öffentliches Interesse an der Sonderausstellung, die insgesamt 200.000 Euro kostet. 80 Prozent werden von Bund und Klosterkammer finanziert.

Christopher Menge 03.01.2018