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Lohheide Gedenkstein für SPD-Politiker Clemens Högg in Bergen-Belsen eingeweiht
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Gedenkstein für SPD-Politiker Clemens Högg in Bergen-Belsen eingeweiht
12:40 12.03.2018
Von Christopher Menge
Zu Ehren von Clemens Högg wurde in der Gedenkstätte Bergen-Belsen ein neuer Gedenkstein eingeweiht. Quelle: Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Lohheide

73 Jahre nach seinem Tod wurde am Sonntag in der Gedenkstätte Bergen-Belsen ein Gedenkstein für Clemens Högg eingeweiht. Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner begrüßte dazu eine 20-köpfige Delegation, der die Enkelin Höggs sowie die Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr und Karl-Heinz Brunner angehörten. "Bergen-Belsen ist ein zentraler Friedhof des demokratischen Personals der Weimarer Republik", sagte Wagner. "Allein acht Reichstagsabgeordnete und dutzende Abgeordnete mehrerer Landtage starben hier, unter ihnen Högg und Heinrich Jasper, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig."

Die Bundestagsabgeordnete Bahr verwies auf die Notwendigkeit, die NS-Opfer zu würdigen, sich kritisch mit der NS-Zeit auseinanderzusetzen und sich deutlich gegen rechtspopulistische Hetze zu positionieren.

Obwohl die Veranstalter ein Zelt aufgebaut hatten, war es am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz ziemlich kalt am Obelisk in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. "Die Menschen hatten damals weniger Kleidung als wir und keine festen Schuhe. Von einem Leichnam haben sie Kleidung genommen, um die Füße zu wärmen", sagte Samantha Rose vom Forum für Sinti und Roma. "Wir gedenken, was die Menschen durchmachen mussten." Etwa 120 Gäste waren in die Gedenkstätte gekommen, um an einen Teil der Nazi-Verbrechen zu erinnern, der im öffentlichen Bewusstsein wenig präsent ist. 500.000 Sinti und Roma wurden im Dritten Reich von den Nazis ermordet.

Christopher Menge 04.03.2018

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Transporte nach Auschwitz erinnern der Niedersächsische Verband Deutscher Sinti, das Forum für Sinti und Roma Hannover und die Gedenkstätte Bergen-Belsen am Sonntag, 4. März, ab 11 Uhr mit einer zentralen Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, dem zwischen 100.000 und 500.000 Menschen zum Opfer fielen. Hauptredner ist Romeo Franz, Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung in Berlin. Für die niedersächsische Landesregierung wird Kultusminister Grant Hendrik Tonne sprechen. Gäste sind bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung willkommen.

01.03.2018

Bevor der niedersächsische Landtag am Dienstag über die Änderung des Gesetzes der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten abstimmt, hat sich der Geschäftsführer der Stiftung, Jens-Christian Wagner, bei den Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für ihre Initiative bedankt. "Sie zeigen damit demokratische Verantwortung und schützen den erinnerungskulturellen Auftrag der Stiftung", sagte Wagner. Der Entwurf sieht vor, dass die Zahl der Abgeordneten, die der Landtag in den Stiftungsrat entsendet, auf vier begrenzt wird. Hintergrund ist, dass verhindert werden soll, dass die AfD einen Sitz in dem Gremium erhält.

Christopher Menge 27.02.2018