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Lohheide Großsteingrad in Lohheide: Siebensteinhäuser gesperrt
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Großsteingrad in Lohheide: Siebensteinhäuser gesperrt
15:24 09.01.2014
Einer der Decksteine ist abgesackt, nachdem die senkrechten Tragsteine auf einer Seite nachgegeben hatten. Quelle: Christoph Zellermann
Lohheide

Ein Besuch der Siebensteinhäuser auf dem Truppenübungsplatz Bergen ist zurzeit nicht möglich. Der Zugang ist aus Sicherheitsgründen gesperrt, nachdem zum Jahresende eines der fünf über 4000 Jahre alten Großsteingräber zusammengebrochen war. Heute wollen Experten des Landesamts für Denkmalschutz das Kulturdenkmal in Augenschein nehmen, anschließend soll über das weitere Vorgehen beraten werden.

Am 27. Dezember war festgestellt worden, dass mit einem der fünf Gräber etwas nicht stimme. Der Offizier vom Dienst habe dann entschieden, dass das Grab abgesperrt wurde, sagte Oberstleutnant Michael Helftenbein vom Truppenübungsplatz Bergen. Am 30. Dezember sei aus Sicherheitsgründen die ganze Anlage der Siebensteinhäuser gesperrt worden.

Warum die Findlinge an der Seite nachgaben und sich dann einer der Deckensteine senkte, darüber kann nur spekuliert werden. „Durch Witterung oder was auch immer“, sagte vorsichtig Presseoffizier Lars Jaap. Auf jeden Fall werfe das Vorkommnis, das sich in der übungsfreien Zeit zwischen den Jahren ereignete, Fragen nach der Sicherheit auf. Die Bundeswehr habe die Behörde für Denkmalschutz informiert und mit Fotos versorgt.

Helftenbein will nicht ausschließen, dass 1937 bei der Restaurierung der Gräber die seitlichen Stützsteine nicht tief genug eingegraben wurden. Auch sei eine Unterhöhlung durch Tiere denkbar. Definitiv ausschließen kann der Oberstleutnant aber, dass das Grab durch einen Beschuss Schaden genommen hat. Bei Artillerieschießen werde der Bereich immer ausgenommen. Und vor dem Beschuss durch Flachfeuerwaffen sei die Grabanlage durch hohe Erdwälle geschützt, die den Bereich umgeben.

Über 4000 Jahre sind die Sieben Steinhäuser auf dem Truppenübungsplatz Bergen alt. Sie wurden im dritten Jahrtausend vor Christus in der Epoche der neolithischen Trichterbecherkultur gebaut. Vor der Restaurierung in den 1930-er Jahren waren bei dem jetzt betroffenen Grab schon einmal zwei der drei Decksteine abgesackt.

Seit Jahrzehnten können die Siebensteinhäuser an übungsfreien Wochenenden von 8 bis 18 Uhr besucht werden. Die einzige Zufahrt führt von Ostenholz aus mitten auf den Übungsplatz.

Auch wenn der Name Siebensteinhäuser auf sieben Bauwerke hinweist, stehen tatsächlich nur fünf Großsteingräber auf dem Truppenübungsplatz. Erklärt wird das damit, dass die „magische Zahl“ Sieben nur im übertragenen Sinn verstanden werden muss, wie etwa bei „Siebensachen“.

Von Joachim Gries