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Lohheide Haussegen hängt schief bei Lohheider Wehr
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Haussegen hängt schief bei Lohheider Wehr
17:40 11.02.2010
Foto vom Feuerwehrhaus in Lohheide Quelle: Udo Genth
Lohheide

„Durch persönliche und langjährige ‘Grabenkämpfe’ innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr ist nun sogar der Erhalt der Jugendfeuerwehr gefährdet“, sagt Martina Harnack und beschreibt damit den Zustand in Lohheide aus Sicht einer Mutter, die deren Kind inzwischen aus der Feuerwehr ausgetreten ist.

Bis zum Herbst 2009 habe es noch eine gut funktionierende Jugendfeuerwehr gegeben. „Am 4. November wurde schließlich Lars Witthöft als Jugendfeuerwehrwart vom Gemeindebrandmeister Michael Hilpert aus, wie es hieß, feuerwehrinternen organisatorischen Gründen abgesetzt“, so Harnack. Zuvor habe es hinter den Kulissen einige Probleme gegeben, die in diesem aus ihrer Sicht unnötigen Schritt gipfelten.

Stein des Anstoßes waren sexistische Äußerungen, die ein nicht mehr im Dienst befindlicher stellvertretender Jugendfeuerwehrwart im Frühjahr 2009 wiederholt gegenüber seinen Schutzbefohlenen gemacht haben soll. Eltern beschwerten sich daraufhin bei Jugendfeuerwehrwart Witthöft, der wiederum unmittelbar nach einem Gespräch mit seinem Stellvertreter den Gemeindebrandmeister einschaltete.

Warum Hilpert trotzdem Witthöft auf der Kommandositzung im November 2009 seinen Posten entzog, bleibt schleierhaft. In einem Schreiben, dass der CZ vorliegt, heißt es dazu: „Weil er zu spät über die Vorfälle informiert hat und daher eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.“ Hilpert will sich der CZ gegenüber nicht äußern, „weil der Feuerwehr gegenüber mit einer Klage gedroht wurde“, so der Gemeindebrandmeister. Der ehemalige Jugenfeuerwehrwart Witthöft schweigt ebenfalls, „da man mich von Seiten der Feuerwehr mit Gericht bedroht hat.“

Verhärtete Fronten also, die unter anderem auf das Wirken des ehemaligen stellvertretenden Jugendwartes zurückzuführen sind. Zwar haben Eltern versucht, gegen diesen juristische Schritte einzuleiten, seine sexistischen Äußerungen liegen offenbar aber schon so weit zurück, dass dazu kein Gericht mehr tätig würde.

Dennoch befasst sich die Justiz bereits mit der Feuerwehr Lohheide. Auch der ehemaligen stellvertretenden Jugendwart spielt dabei eine Rolle, wie eine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft ergab. Im konkreten Fall geht es um Unterschlagung.

„Bei dem anhängigen Verfahren werden wir schon sehr bald zu einer Sachentscheidung kommen“, sagt Bernd Kolkmeier, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Celle. Nach ihren Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft den beteiligten Parteien mitteilen, ob es zur Anklage kommt oder das Verfahren eingestellt wird. Anlass ist laut Kolkmeier ein Fehlbetrag von 31 Euro in der Kasse des Feuerwehr-Fördervereins.

Martina Harnack und weitere Eltern hoffen, dass die „feuerwehrinternen Grabenkämpfe“ bald beendet sind und es zu einer guten Lösung im Sinne der Jugendfeuerwehr kommt. „Persönliche Interessen Einzelner auf dem Rücken einer gut funktionierenden Gemeinschaft auszutragen, ist bei den zu erwartenden Nachwuchssorgen ein fataler Fehler“, so Harnack. „Mittlerweile haben mindestens acht von ehemals zwölf aktiven Mitgliedern die Jugendfeuerwehr verlassen.“

Von Björn Schlüter