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Lohheide KZ-Baracken werden freigelegt
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide KZ-Baracken werden freigelegt
21:46 16.11.2010
Mitarbeiter des Architekturbüros sinai, des Staatlichen Baumanagements und die wissenschaftluche Betreuerin Juliane Hummel besprechen mit den Maschinenführern die anstehenden arbeiten Quelle: Udo Genth
Lohheide

Auf dem Gelände des ehemaligen KZ Bergen-Belsen ist seit Montag Baulärm zu hören. Schwere Waldarbeitsmaschinen roden Bäume. Damit beginnt die abschließende Phase einer Neugestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen. 360000 Euro kostet das von Bund und Land finanzierte Projekt.

Seit 2002 gibt es einen Masterplan, der die Umwandlung der in früheren Jahren angelegten Gedenkstätte festlegt. Hierbei hätten zum ersten Male Bau- und Landschaftsarchitekten zusammen gearbeitet, sagt Thomas Rahe. Der Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen war Angehöriger der Jury gewesen, die Pläne für eine Umgestaltung der Stätte auswählte. Die Errichtung des Dokumentationszentrums und die Neugestaltung des historischen Geländes wurden seinerzeit aufeinander abgestimmt. Das Konzept stand unter dem Leitgedanken „Dokumentation statt Rekonstruktion“.

2007 wurde das Dokumentationszentrum eröffnet. Es bildet in seiner schmucklosen Form Raum und Rahmen für Ausstellungen und Exponate, ohne selbst architektonisch herausgehoben zu sein. Ähnliche Gedanken lagen der Gestaltung des Außengeländes zu Grunde. Die planerische Umsetzung liegt in Händen des Büros sinai aus Berlin, die Bauleitung hat das Staatliche Baumanagement Celle. Wissenschaftlich wird das Gesamtprojekt durch die Archäologin Juliane Hummel aus Hannover betreut.

„Im Augenblick sind wir bei der Gestaltung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers im öst-lichen Areal des Lagers“, erläutert Hummel. Dieser Teil wurde von Januar bis April 1945 als Frauenlager genutzt. „Die Waldarbeitsmaschinen sind nun dabei, alle dortigen Standorte der Baracken, über die im Laufe der Jahrzehnte Wald gewachsen ist, wieder durch Rodung freizulegen.“ Anschließend soll ein Streifen entlang der ehemaligen Umzäunung des rund 55 Hektar großen Lagers erfolgen. Damit wird offenkundig, welche Ausmaße das Lager einst hatte. Die derzeitigen Rodungsarbeiten können noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, erläutert Juliane Hummel den weiteren Fortgang. Im Frühjahr werde dann mit der Einsaat zur Begrünung der freigelegten Flächen begonnen. Im Herbst des kommenden Jahres können Besucher die Konturen des Lagers erkennen und sich anhand von 30 Informationstafeln, die an markanten Punkten fest installiert werden, informieren.

Von Udo Genth