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Lohheide Knuddeliger „Lappländer“ auf Achse
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Knuddeliger „Lappländer“ auf Achse
13:22 21.09.2018
Der Lohheider Sven Marc Rosebrock fährt mit seinem Volvo "Lappländer" am liebsten wohin? Natürlich nach Skandinavien. Quelle: Anke Schlicht
Celle

Er ist unscheinbar, und doch zieht er alle Blicke auf sich. Ein Exot ist er allemal – deutschlandweit beschränkt sich seine Stückzahl auf 20 -, wovon einer ein CE-Nummernschild trägt. Lohheide ist die „neue“ Heimat des „Lappländers“, den Sven Marc Rosebrock unter seinen drei Autos am innigsten ins Herz geschlossen hat. „Der sieht so knuddelig, kantig und kompakt aus“, beschreibt der Berufssoldat seinen Nordeuropäer und fährt schmunzelnd fort: „Ich bin schon als Kind Geländewagen gefahren und gehöre der Daktari-Generation an.“ Als kleiner Junge war es für ihn das Größte, wenn sein Vater, in dessen Fußstapfen der Lohheider auch beruflich getreten ist, ihn in einem Militärgeländewagen mitnahm. Und in der amerikanischen Vorabendserie „Daktari“ über eine Tierstation in Afrika waren robuste Fahrzeuge nicht nur ein Muss, um der Wildnis zu trotzen, sondern auch einfach cool.

Zum Faible für Volvo gesellt sich bei Rosebrock die Vorliebe fürs Reisen im Allgemeinen und Skandinavien im Besonderen. Als sein Nachbar den Schweden-Import auf Rädern verkaufen wollte, gab es für den Flugzeugtechniker keine Wahl, die Gelegenheit zu ergreifen. Ein Freund stieg mit ein, und dann begann eine fünfjährige, 13.700 Euro teure Restaurations-Odyssee von 1996 bis 2001. „Der Zerlegungsgrad war hoch, den Platz, den die Unterbringung aller Einzelteile in Anspruch nahm, haben wir unterschätzt, wir mussten eigens eine Scheune anmieten“, blickt der Oldtimer-Fan zurück. Alles wurde beschriftet und per Foto dokumentiert. „Die Abende und Wochenenden gingen dabei drauf.“ Das Leitmotiv der Restauration war, den Wagen von außen im Originalzustand zu bewahren bzw. diesen wiederherzustellen und den Innenbereich so umzugestalten, dass er alles Notwendige fürs Reisen bietet.

„Die Elemente aus Holz sind nicht original, sondern nachträglich eingebaut“, erläutert Rosebrock. Im „Cockpit“ ist er nie allein, auch wenn der Beifahrersitz leer bleibt, sein wichtigster Partner sitzt direkt neben ihm, getarnt durch ein abnehmbares, zweckmäßiges Holzregal. Der Weltenbummler hebt es an, öffnet die sich darunter befindende Haube und zum Vorschein kommt ein Original-Volvo-B(Benzin)20-Motor, flankiert von Steuerknüppeln, die Fortbewegung mit acht Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen ermöglichen. Servolenkung, Sitzverstellung, Elektronik-Bord – nein danke, so etwas braucht ein „Lappländer“ nicht. Alles in diesem Vehikel mit Allradantrieb ist im wahrsten Sinne des Wortes handfest. Die Ladefläche haben die beiden Hobby-Mechaniker in einen Schlafbereich mit zwei Betten und einer ausklappbaren Küche verwandelt.

Das Volvo-Fabrikat wurde von 1977 bis 1981 in einer Stückzahl von 3222 gefertigt, der Vorgänger diente ausschließlich militärischen Zwecken, das Einsatzspektrum der zivilen Nachfolgervariante war der kommunale Bereich, wo er z.B. als Hebefahrzeug, Krankentransporter oder Feuerwehrauto Verwendung fand. „Der Markt gab eine Fortsetzung der Reihe nicht mehr her“, erläutert der Volvo-Kenner. Übrig blieb ein Auto mit Gesicht und Raritätenstatus, dem ein gewisses Understatement eigen ist. Und doch kann er so sehr ins Auge stechen, dass er Verfolgungsjagden auslöst. „Ich wurde schon nach Actionfilm-Manier zum Anhalten veranlasst, oder man heftete sich bis zu meinem Zielort an meine Fersen, weil der Wagen Interesse erzeugte“, berichtet der Angehörige der Luftwaffe. „Das ist ein Volvo?“, oder „Ich habe noch nie so ein Auto gesehen“, beginnen dann die Gespräche. Außergewöhnliche Begegnungen, aus denen nicht selten Freundschaften entstehen, beschert ihm auch immer wieder die Ersatzteilbeschaffung, die von Jahr zu Jahr schwieriger wird.

Sven Marc Rosebrock gibt ehrlich zu, dass während der Restaurationsphase auch Momente aufkamen, in denen beide Besitzer alles hinschmeißen wollten: „Wir hatten einfach keine Lust mehr, es war so aufwendig.“ Aber sie bissen sich durch und wurden belohnt. Rosebrock hat nicht nur mehrwöchige Abenteuerreisen wie die Jungfernfahrt nach Island im Sinn, wenn er abschließend sagt: „Mit dem ‚Lappländer‘ auf Achse zu sein entschädigt für jede Mühe und jeden Aufwand. Dieser Geländewagen bedeutet für mich Unabhängigkeit, Individualität und Freiheit.“

Von Anke Schlicht

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