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Lohheide Konzertlesung in Bergen-Belsen
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Konzertlesung in Bergen-Belsen
17:30 25.09.2018
Das Bläserquintett Opus 45 bei seinem Auftritt im Dokumentationszentrums Bergen-Belsen. Quelle: Kimberly Wojahn
Lohheide

Es ist eine weite Strecke an einer Betonwand entlang, die man gehen muss um ans Ende der eindrucksvollen Architektur des Dokumentationszentrums Bergen-Belsen zu kommen und dort ins Freie schauen zu können. Auf eine Fläche, auf der Dinge vor 1945 geschehen sind, die sich heute keiner mehr vorstellen kann. Die aber im Bewusstsein der Menschen bleiben müssen, um zu verhindern, dass Derartiges noch einmal geschehen kann. „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen,“ so hat es der große italienische Schriftsteller Primo Levi so prägnant wie zutreffend formuliert. Also ist es wichtig, die Augen und Ohren offen zu halten, um Tendenzen, die wieder zu vergleichbaren Entwicklungen führen könnten, schon früh zu erkennen und zu bekämpfen.

Genau daran setzte eine Konzertlesung im Dokumentationszentrum Bergen-Belsen an. Man kombinierte Texte zu rechter Gewalt in Deutschland mit Musik von Komponisten, die selbst oder in ihrer Familie vom Holocaust betroffen waren. Diese Idee des Bläserquintetts Opus 45 und des Schauspielers Roman Knizka war bezwingend nicht nur für das Dokumentationszentrum Bergen-Belsen, sondern auch konkret für diesen Raum. Die oft schrillen und scharfen Klänge der Komponisten Hindemith, Haas und Ligeti sprangen die Zuhörer richtig an. Da gab es kein Weghören. Die extrem überhallige, jeden Klang ins Monströse steigernde Akustik ist zwar eigentlich überhaupt nicht geeignet für Instrumente wie die eines Bläserquintetts, aber in diesem Kontext wirkte sogar diese schwierige Akustik ganz im Sinne der Kunst.

Sehr interessante Texte hatte Kathrin Liebhäuser für dieses Projekt ausgewählt: Vom Buchenwalder Schwur, der die Überlebenden dazu verpflichten sollte, sich immer gegen den Nazismus einzusetzen bis zu einer biografischen Schilderung einer Frau aus dem Neonazi-Milieu, die ihre Erfahrungen und ihr eigenes Hineinschlittern in diese rechte Gesellschaft skizzierte. Besonders erschreckend weil weitgehend unbekannt war dabei eine Fernsehansprache von Konrad Adenauer im Nachgang der Kölner Synagogenschändung von 1959, in der dieser zwar vehement dazu ermutigte, dass die Bürger Menschen mit neonazistischer Gesinnung ruhig mal eine herunterhauen sollten, aber dabei eben en passant auch zu Protokoll gab, dass der Staat damals keine Notwendigkeit sah, aktiv zu werden. Und diese sich bis in die Gegenwart der NSU hinziehende staatliche Nachlässigkeit in der Verfolgung rechter Straftaten wurde in der Lesung sehr eindrucksvoll dokumentiert. Die halbszenische Umsetzung wirkte etwas lehrmeisterhaft und dramaturgisch wenig gekonnt alleine schon deshalb, weil Schauspieler Kniska nicht nur Texte vorzutragen, sondern auch immer wieder technische Aufgaben zu bewältigen hatte. Dafür konnten die Musiker umso mehr überzeugen, wenngleich man kaum erkennen konnte, wie detailreich dieses Ensemble eigentlich spielen kann, weil das in dieser extrem den Klang verstärkenden Akustik gar nicht wahrzunehmen war.

Von Reinald Hanke

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