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Lohheide Landtag besiegelt am Dienstag AfD-Aus im Stiftungsrat
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Landtag besiegelt am Dienstag AfD-Aus im Stiftungsrat
03:51 27.02.2018
Von Christopher Menge
Lohheide

Zuvor hatten sich mehrere Verbände von KZ-Überlebenden besorgt über einen möglichen AfD-Vertreter im Stiftungsrat geäußert. "Die Sorgen gehen teils soweit, dass eine weitere Mitarbeit in Gremien der Stiftung bei einem AfD-Sitz im Aufsicht führenden Stiftungsrat in Frage gestellt wird", betont Wagner. Deutliche Ablehnung habe auch das International Advisory Board der Gedenkstätte Bergen-Belsen formuliert, in dem renommierte Wissenschaftler aus acht Ländern vertreten sind.

"Diese Sorgen müssen wir sehr ernst nehmen", so Wagner. "Wer den deutschen ,Schuldkult' beklagt oder eine ,erinnerungspolitische Wende um 180 Grad' fordert, hat in den Gremien der Stiftung nichts verloren." Eine Mitgliedschaft der AfD im Stiftungsrat beschädige den Ruf der Stiftung, die eng mit Opferverbänden in aller Welt zusammenarbeitet.

Die AfD zu ignorieren, hält Wagner aber für falsch. "Politik und Wissenschaft – wie auch die Stiftung – müssen sich inhaltlich mit ihren rassistischen und fremdenfeindlichen Positionen auseinandersetzen", sagt der Historiker. Der Stiftungsrat sei aber nicht der Ort für politische Debatten. Das ist laut Gesetz auch gar nicht seine Aufgabe. Vielmehr überwacht er die Geschäftsführung und beschließt den Haushalts- und Stellenplan.

Wagner hatte sich im Dezember mit der AfD-Fraktionsführung getroffen. „Meine Sorge, dass die Stiftung durch einen AfD-Vertreter im Stiftungsrat beschädigt wird, ist nach dem Gespräch größer als zuvor“, sagte Wagner. Konkret habe er die AfD-Vertreter unter anderem auf die Forderung der AfD Braunschweig auf Streichung der Fördergelder für die Gedenkstätte Schillstraße, das demonstrative Fernbleiben der AfD Wolfenbüttel beim Gedenken an die Opfer der Pogromnacht und die Ablehnung der AfD Wolfsburg, eine Gedenkstätte KZ Laagberg zu errichten, angesprochen. "Der Wille, sich von solchen Positionen zu distanzieren, ist in der Landtagsfraktion offenbar nicht vorhanden", sagt Wagner und verweist auf die Diskussionen um JA-Rechtsaußen Lars Steinke und eine junge „Identitäre“, die als Mitarbeiter der Fraktion beschäftigt sind. "Mit dem Unwillen, sich deutlich gegen rechtsextreme Bestrebungen innerhalb der eigenen Partei zu wenden, ist die AfD im Stiftungsrat nicht tragbar", sagt Wagner.

Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion Klaus Wichmann hatte das Vorgehen der anderen vier Landtagsfraktionen gegenüber der CZ bereits im November als „völlig undemokratisch“ bezeichnet. Er selbst wolle den Sitz im Stiftungsrat bekleiden und habe sich noch nie rassistisch oder antisemitisch geäußert.

Wie können aus "normalen" Menschen Täter werden? Dieser Frage geht der Historiker Jakob Saß nach, der sich mit der Biografie des KZ-Kommandanten Adolf Haas beschäftigt. "Mein Projekt liegt mir nicht nur aus reinem Forschungsinteresse am Herzen, sondern auch aus gegebenen politischen und gesellschaftlichen Anlässen", sagt Saß, der gerade das erste umfangreiche Buch über diesen von der Forschung vernachlässigten Täter, seine „Karriere“ bei der SS und seine kuriose Kunstaffinität schreibt. Ende 2018 soll es im Berliner Vergangenheitsverlag erscheinen. Dafür haben sein Verleger Alexander Schug und Saß eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen.

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Es ist ein hoch emotionales Thema, mit dem sich die Gedenkstätte Bergen-Belsen in diesem Jahr beschäftigt. Am 15. April werden 20 Menschen das ehemalige Konzentrationslager besuchen, aus dem sie als Kinder befreit wurden. Eröffnet wird dann die Sonderausstellung "Kinder im KZ Bergen-Belsen". "Das Thema war bisher unterrepräsentiert, erstmals gibt es überhaupt eine Ausstellung dazu", sagt Jens-Christian Wagner. Der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten erwartet daher ein hohes öffentliches Interesse an der Sonderausstellung, die insgesamt 200.000 Euro kostet. 80 Prozent werden von Bund und Klosterkammer finanziert.

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Eine Rose für die Damen, eine süße Überraschung für die Herren – so hat der Standortälteste Lohheide und Kommandeur des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Nord, Oberst Jörg Wiederhold, die Besucher des Adventskonzerts am Montagabend in der Niedersachsen-Kaserne begrüßt. Rund 200 Gäste folgten der Einladung, dabei waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und des öffentlichen Lebens. Auch hochrangige Offiziere aus den nahegelegenen Standorten ließen es sich nicht nehmen, dem Sprengelchor Lüneburg zu lauschen.

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