Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lohheide Nach Tod vor 70 Jahren in Bergen-Belsen: Film erinnert an Anne Frank
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Nach Tod vor 70 Jahren in Bergen-Belsen: Film erinnert an Anne Frank
21:18 16.02.2015
Im vergangenen April wurden in der Gedenkstätte Bergen-Belsen die Szenen zum Film "Meine Tochter Anne Frank" gedreht: Hauptdarstellerin Mala Emde, Kameramann Philipp Kirsamer und Regisseur Raymond Ley. Quelle: Joachim Gries
Lohheide

„Meine Tochter Anne Frank“ lautet der Titel des Films, den die ARD am Mittwoch um 20.15 Uhr zeigt. Die Hauptrolle spielt die heute 18-jährige Schauspielerin Mala Emde aus Frankfurt. Als Anne Frank Anfang März 1945, knapp sechs Wochen vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Alliierten starb, war sie 16 Jahre alt. Emde bezeichnete es 2014 als große Herausforderung, in Anne Franks Rolle zu schlüpfen. Gedreht wurde der Film auch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Im April 2014 war Regisseur Raymond Ley mit seinem Team im Celler Nordkreis.

Raymond Ley hat zusammen mit seiner Ehefrau Hannah das Drehbuch zu dem 90-minütigen Dokudrama geschrieben. Die Recherche und die Dreharbeiten führten ihn mit dem Team nach Amsterdam, nach Tel Aviv und nach São Paulo, wo er Zeitzeugen interviewte. Dreharbeiten gab es auch in den heutigen Gedenkstätten Westerbork und Auschwitz, wohin die Nazis die Familie nach der Verhaftung in Amsterdam verschleppten.

Bei der Premiere vor 500 Schülern und 800 Gästen in Frankfurt sei der Film sehr wohlwollend aufgenommen worden, sagte der 56-jährige Regisseur. Neun Monate dauerten die Arbeiten, mit nur zwölf Drehtagen sei es eine kleine Produktion gewesen. Die Reisen in die Gedenkstätten seien für die junge Hauptdarstellerin sehr gut zur Einstimmung gewesen. Gemeinsam habe man sich der Anne Frank des Films angenähert.

Das Werk von Hannah und Raymond Ley ist nach Angaben des Regisseurs das erste deutsche Filmstück, das sich mit Anne Frank beschäftigt. Der Fokus habe auf dem Alltag der Familie Frank im Versteck in Amsterdam gelegen. Auch gehe es stark um die örtlichen Verräter, die zur Verhaftung führten.

Als ihn besonders anrührende Szenen im Film bezeichnet Ley den Dialog zwischen Anne und ihrem Vater im Lager Auschwitz sowie die in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gedrehte Schlussszene. Dort stand Mala Emde am Abend im Regen auf der ehemaligen Lagerstraße. “Das Mädchen glaubt stark an seine Zukunft. Es erwartet etwas vom Leben“, sagt Ley über die Anne Frank in seinem Film.

Der Regisseur war bereits zum dritten Mal im Celler Land tätig. Hier drehte er auch die Filme über das ICE-Unglück von Eschede und über Adolf Eichmann.

Von Joachim Gries