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Lohheide Nach Verdachtsfall: Landkreis Celle ist auf Ebola vorbereitet
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Nach Verdachtsfall: Landkreis Celle ist auf Ebola vorbereitet
21:19 05.03.2015
Von Christoph Zimmer
Quelle: dpa
Lohheide

Am Donnerstag gegen 6.20 Uhr wurde die Einsatzleitstelle wegen des konkreten Verdachts auf Ebola bei einem jungen britischen Soldaten in Bergen alarmiert. Um 10.53 Uhr gab das Gesundheitsamt des Landkreises Celle nach den notwendigen Untersuchungen zum Nachweis auf die Infektionskrankheit dann Entwarnung. Aber wie würde das Szenario in der Region aussehen, wenn sich der konkrete Verdacht bestätigt hätte?

„Wir haben uns mit dieser Möglichkeit sehr intensiv auseinandergesetzt“, sagt Bernd Niebuhr, Gesundheitsdezernent des Landkreies Celle. Falls in der Region ein begründeter Verdachtsfall auftreten sollte, wird entsprechend dem Infektionsalarmplan des Landes Niedersachsen vorgegangen. Dieser umfasst Maßnahmen und Vorkehrungen bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod an der lebensbedrohlichen Infektionskrankheit. Dadurch wird ein abgestimmtes Vorgehen der Gesundheitsbehörden gewährleistet. Isolierung und Behandlung erkrankter Personen erfolgen auf Grundlage eines Länderabkommens im Behandlungszentrum für hochansteckende Erkrankungen am Hamburger Universitätsklinikum in Eppendorf. Mit einem Spezialfahrzeug der Hamburger Feuerwehr werden die erkrankten Personen dorthin transportiert.

Für die Ärzte besteht eine unverzügliche Meldepflicht des Patienten an das zuständige Gesundheitsamt bei einem konkreten Verdacht, bei einer Erkrankung und beim Tod an Ebola. Diese Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach der Diagnose vorliegen und werden an die Landesbehörden sowie an das Robert-Koch-Institut übermittelt.

„Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden weitere Maßnahmen ergriffen“, sagt der Gesundheitsdezernent des Landkreises. Heißt im Klartext: Um Schutzmaßnahmen zielgerichtet umzusetzen, müssen alle Kontaktpersonen des bestätigten Ebolapatienten beziehungsweise des Verdachtsfalls ermittelt werden. Es folgen Untersuchungen und Befragungen zum Infektionsrisiko. Gegebenenfalls werden die Personen isoliert und behandelt. „Wir wollen die Ansteckungsgefahr so früh wie möglich und ohne Zeitverlust unterbinden“, sagt Niebuhr. Daher wurde auch so offensiv mit dem Verdachtsfall umgegangen. „Wir wollen die Menschen zu ihrem Schutz sensibilisieren.“

Ermittelt werden müssen alle Personen, die unmittelbaren Kontakt zum Erkrankten nach Symptombeginn hatten, und alle Personen, die mit infektiösem Material des Erkrankten in Kontakt gekommen sein könnten. „Der Infektionsalarmplan soll im Akutfall ein rasches, koordiniertes und fachlich fundiertes Reagieren der Gesundheitsbehörden unter Beachtung der jeweiligen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten gewährleisten“, teilte das Niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Der Plan verdeutliche, „dass die unmittelbaren Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung übertragbarer Krankheiten dezentral auf kommunaler Ebene ergriffen werden müssen“.

Mit dem Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt steht eine zentrale medizinische Beratungs- und Koordinierungsstelle für gesundheitliche Krisensituationen zur Verfügung. Das ZGI berät und unterstützt die kommunalen Behörden sowie die Landesbehörden und sonstigen Stellen rund um die Uhr bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.