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Lohheide Niederländer gewinnt britischen Spendenlauf
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Niederländer gewinnt britischen Spendenlauf
17:41 24.08.2018
„Fun Run“ der Royal British Legion Bergen-Hohne Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Lohheide

„Mit so hoher Beteiligung haben wir gar nicht gerechnet“, freute sich Organisator Keith Orton beim „Fun Run“ der Royal British Legion Bergen-Hohne am Mittwochabend. Bereits zum dritten Mal hatte die Royal British Legion, ein Wohltätigkeitsverein, der sich um die Belange der in Bergen lebenden ehemaligen britischen Armee-Angehörigen und ihrer Familien kümmert, zur Teilnahme am „Fun Run“ aufgerufen. „Hier gibt es keine Verlierer, sondern nur Gewinner“, sagte Orton. „Jeder, der teilnimmt, bekommt eine Urkunde und eine Medaille.“

Zum Fünf-Kilometer-Waldlauf rund um das Vereinsheim hatten sich unter anderem auch zahlreiche Soldaten des in der Niedersachsen-Kaserne stationierten deutsch-niederländischen Panzerbataillons 414 angemeldet. „Wir haben eine enge Partnerschaft zur Royal British Legion und sehen das als gute Geste zur Stärkung des Zusammenhaltes an“, betonte Oberstleutnant Marco Niemeyer. Die Teilnahme sei freiwillig, verriet der Bataillonskommandeur noch – und ging beim Spendenlauf dann auch gleich selbst an den Start.

Lediglich eine knappe halbe Stunde dauerte es, bis der erste Läufer die Ziellinie überquerte – der symbolische erste Platz ging an Koen van Emmerik vom Panzerbataillon 414. „Ich komme von den Panzergrenadieren“, kommentierte der Niederländer trocken, „die können eben rennen.“

Lohheiderin Natascha Glodschei war als eine der wenigen Zivilistinnen mit von der Partie. „Im Wald war es eigentlich ganz angenehm zu laufen“, so ihr Fazit, „nur auf dem Feld, da hat die Sonne ganz schön gebrannt.“ Sie sei mitgelaufen, weil es um die gute Sache gehe. „Und natürlich auch für den Fun.“

Von Christina Matthies

Schon seit 60 Jahren lebt Doris Welp nicht mehr in Beckedorf. Zum Volksradfahren auf dem Truppenübungsplatz Bergen kommt die 71-Jährige aber immer wieder aus der Nähe von Aachen in die Heimat. Mit ihrem Mann Georg nimmt sie sich dann eine Ferienwohnung in Beckedorf, wo sie einst zur Schule gegangen ist. Am Sonntag taten es die beiden den 3400 weiteren Teilnehmern gleich, sie radelten über den sonst für die Öffentlichkeit gesperrten Truppenübungsplatz, dem größten in Westeuropa. Auch CZ-Redakteur Christopher Menge schwang sich dank der Bundeswehr, die ihm ein Fahrrad zur Verfügung stellte, auf den Drahtesel.

Christopher Menge 05.08.2018

Rund 120.000 Menschen aus fast allen Ländern Europas waren während der Zeit des Nationalsozialismus im Konzentrationslager Bergen-Belsen inhaftiert – darunter 3500 Kinder unter 15 Jahren. Peter Lantos war eines dieser Kinder – er hat als Sechsjähriger das Lager überlebt. „Als Kind erinnere ich mich nur an sehr wenig“, sagt der gebürtige Ungar, der heute in Großbritannien lebt. „Es ist vor allem das physische Leiden, das mir im Gedächtnis blieb: Die Kälte, der Hunger, die Krankheiten, die Läuse.“

02.07.2018

Menschen in der Umgebung der Konzentrationslager Bergen-Belsen, Esterwegen und Moringen wussten nach Ansicht der Historikerin Bianca Roitsch mehr über die Zustände in den Lagern, als sie zugeben wollten. „In örtlichen Zeitungen wurde über die KZs berichtet, außerdem konnte die Bevölkerung Häftlinge wie in Esterwegen auf ihren Märschen ins Moor sehen“, sagte die Expertin im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Rande eines Vortrags in der Celler Synagoge.

24.06.2018