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Lohheide Platzrunde bietet Einblicke in Militäralltag
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Platzrunde bietet Einblicke in Militäralltag
17:23 13.08.2010
Oberstleutnant Michael Helftenbein (rechts) erklärt das Aufspüren von Granaten (großes Bild). Zur Landschaftspflege werden riesige Traktoren eingesetzt, die Bäume einfach umwalzen. Quelle: Christian Uthoff
Lohheide

Eine große Rauchwolke steigt in der Ferne über dem Truppenübungsplatz Bergen auf. Sekunden später zerreißt ein ohrenbetäubender Knall die friedliche Stille. 130 Besucher auf dem Tutenberg erschrecken kurzzeitig – sie haben soeben die Sprengung einer 155 Millimeter-Granate mit rund 7,6 Kilogramm Sprengstoff verfolgt. Die Explosion ist der Abschluss der diesjährigen Platzrunde über den Truppenübungsplatz Bergen.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden haben am Donnerstag an der Fahrt durch das knapp 28400 Hektar große Gebiet teilgenommen. Mit Treckergespannen durchquerten die Besucher die Heidelandschaft und informierten sich an verschiedenen Stationen über die Arbeiten auf dem Truppenübungsplatz.

Schon in seiner Begrüßungsrede unterstrich Oberst Gerd Ahrens, dass der Übungsplatz nicht nur Raum für Militärmanöver, sondern ebenfalls eine einzigartige und schützenswerte Landschaft sei. „Aufgrund eines Abkommens sind wir seit dem vergangenen Jahr dazu verpflichtet, den Platz zu hüten und zu pflegen“, erläuterte er. Wie das funktioniert, zeigte Michael Frerkes, Leiter des Außenbetriebs des Übungsplatzes, direkt vor Ort. „Unsere Aufgabe ist es, den Platz in einem guten Zustand für die Truppe zu halten und Freiflächen zu schaffen,“ erklärte er. Passend dazu ratterten riesige Traktoren mit Maschinen zum Entkusseln der Heide und Zerhäckseln von kleinen Bäumen durch die Landschaft. „Das sieht martialisch und brutal aus“, beschrieb Frerkes augenzwinkernd den Anblick, die Flächen seien jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder zugewachsen. Gefahr drohe den Fahrer von Blindgängern. „Daher sind die Traktoren an einigen Stellen zusätzlich gepanzert“, so Frerkes. „Ab Granaten mit einem Kaliber über 40 Millimeter wird es aber kritisch.“ Suchtrupps holen daher die größeren Sprengsätze von Hand aus dem Boden. Das zeigte Oberstleutnant Michael Helftenbein.

Trotz aller Aktivitäten zur Pflege der Natur stehe die Ausbildung im Vordergrund, betonte Ahrens. Dabei stünde die Kommandantur in der Zukunft vor einigen Herausforderungen. „Neben dem Lärmmanagement müssen wir uns an geänderte Einsatzszenarien anpassen.“ So sollen mehr Übungsmöglichkeiten für die Infanterie geschaffen werden.

Von Christian Uthoff