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Lohheide Soldaten üben in Bergen ohne Rücksicht auf den Wolf
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Soldaten üben in Bergen ohne Rücksicht auf den Wolf
12:21 08.11.2014
Hasselhorst

„Bei uns wird die Übungstruppe nicht gesondert informiert“, sagt Presseoffizier Lars Jaap. Der Wolf sei da, aber für die Soldaten gäbe es keine besonderen Handlungsanweisungen, sagt er. Hin und wieder würden Wölfe auch tatsächlich von Soldaten gesehen.

Vor gut zwei Jahren hatten drei Wolfswelpen auf dem Truppenübungsplatz Munster für gewisse Irritationen gesorgt. Sie hatten in der Nacht während einer Übung einen Soldaten verfolgt. Er hatte sie nach längerer Zeit erst abschütteln können, nachdem er nach ihnen getreten hatte. Wolfsberater Helge John hatte das damals auf die natürliche Neugier der Jungtiere zurückgeführt. In einem Standortbefehl war im September 2012 in Munster verfügt worden, dass bei Nachtübungen Soldaten grundsätzlich nicht mehr allein losmarschieren sollten.

Auch Bundesförster und Wolfsberater Jörg-Rüdiger Tilk auf dem Truppenübungsplatz Bergen macht deutlich, dass er nicht gesondert auf die Wölfe hinweist. Grundsätzlich ist der Übungsplatz für Zivilisten gesperrt, neben Soldaten und Zivilangestellten sind aber auch Firmen auf dem Areal unterwegs. Die könnten gelegentlich auf die Wölfe stoßen.

Tilk teilt neue Erkenntnisse über die großen Beutegreifer der Truppenübungsplatzkommandantur mit und stellt auch Aufnahmen aus den automatischen Kameras zur Verfügung. Rücksicht auf die Tiere wird aber beim militärischen Übungsbetrieb nicht genommen. Das ist auch kaum möglich, denn die Wölfe sind sehr mobil, weshalb nie gesagt werden kann, wo sie sich gerade aufhalten.

Auch die Forstarbeiten werden nach Tilks Worten nicht durch die Anwesenheit der Wölfe beeinträchtigt. Sie werden vorgenommen wie geplant, Maschineneinsätze werden nicht umdirigiert. Wölfe sind nach Angaben des Försters in der Lage, auch mit sehr kleinen Welpen einen ungestörten Bereich aufzusuchen.

Der Truppenübungsplatz bietet beim Wolfs-Monitoring große Vorteile: Da er gesperrt ist, sind kaum Hunde unterwegs, so dass Fährten sehr sicher Isegrim zugeordnet werden können.

Von Joachim Gries